Archiv für den Autor: heimatverein

Plakette_1949

Kirmes-Plakette aus dem Jahr 1949

Diese alte Plakette erhielt der Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V. kürzlich von einem brandenburgischen Sammler. Sie besteht aus einseitig rot kaschierter Pappe mit anhängender Sicherheitsnadel. Der schwarze, standardisierte Aufdruck zeigt ein Tanzpaar und die Aufschrift Kirmes Groß-Fahner 1949. Damit ist die gut erhaltene Plakette, die gleichzeitig als Wieder-Eintrittskarte fungierte, nahezu 70 Jahre alt. Derartige Ab­zeichen sind recht selten, da das Material, anders als Metall, nicht besonders beständig ist. Wir freuen uns daher umso mehr, sie nun in unseren Sammlungsbestand auf­zu­neh­men und Ihnen heute vorstellen zu können.


Sie besitzen ein Original, welches die Geschichte des Dorfes belegt und sind überzeugt, dass es in unserer Sammlung gut aufgehoben ist? Oder Sie möchten es uns gern für eine Objektdokumentation (Digitalscan, Foto, Beschreibung) und unsere Geschichtsarbeit kurzzeitig leihen? Kein Problem! Wir freuen uns über ihre Mitteilung unter geschichte-grossfahner@web.de.

Ihr Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V.

Suomi_100

Tervetuloa Suomeen – 54. EUROPEADE in Turku, Finnland

Am Morgen des 26. Juli 2017 machten wir uns auf den weiten Weg in die südfinnische Stadt Turku, um an der 54. EUROPEADE, dem größten und buntesten Folklore-Festival Europas, teilzunehmen. Jedes Jahr ist eine andere europäische Stadt Gastgeber; in diesem Jahr fand die EUROPEADE das erste Mal auf finnischem Boden statt und bereicherte die Feierlichkeiten rund um das 100. Jubiläumsjahr der Unabhängigkeit von Russland außerordentlich.

Die vom Reisebüro „Sonnenklar“ Gotha akribisch vorbereitete Bürgerfahrt führte uns am Mittwoch­morgen von Gotha nach Frankfurt am Main, von wo der Flug nach Helsinki startete. Die Weiterfahrt mit dem Bus nach Turku zeigte bereits, dass die Uhren in Finnland anders gehen und dort gerade erst der Frühsommer Einzug gehalten hatte. Der Raps, der bei uns schon erntereif war, stand in Finnland gerade in der Blüte und die Natur zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Ein perfektes Willkommen!

Turku ist die ehemalige Hauptstadt Finnlands und demzufolge wirtschaftlich und kulturell sehr bunt. Drei Universitäten und mehrere Fachhochschulen sorgen für internationales Flair und viele junge Menschen aus der ganzen Welt wählen die Stadt als Studienziel.

Unsere Unterkunft lag mitten im Stadtzentrum, so dass wir nur kurze Wege zu den vielen Bühnen und Veranstaltungsorten der EUROPEADE hatten, aber auch zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Also – raus aus dem Hotel und hinein ins bunte Treiben!

Erstes Ziel war das Freilichtmuseum Luostarinmäki, das einzige einheitliche Holzhausviertel in Turku, welches den großen Stadtbrand von 1827 unbeschadet überstanden hat. Die über 200 Jahre alten Holzhäuser befinden sich im Originalzustand und beherbergen heute altes Handwerk, Schauräume über das Leben der früheren Bewohner und kleine Kunstgewerbeläden.

Im Hafen von Turku, der sich den Aura-Fluss hinauf zieht, bot sich die Möglichkeit, historische Schiffe zu besichtigen. So beispielsweise den Großsegler „Suomen Joutsen“, der für die große Hafenbühne die Hintergrundkulisse bildete. Ebenso sehenswert ist das Forum Marinum, das schönste Marinemuseum Finnlands, dessen Ausstellung erst im vergangenen Jahr neu eröffnet wurde und einen tiefen Einblick in die Seefahrtgeschichte des Ostseeanrainers Finnland durch persönliche Geschichten von Seefahrern und Fischern und tolle Exponate gibt.

Ein Glanzpunkt jeder EUROPEADE ist die Eröffnungsveranstaltung. Sie fand am Donnerstagabend im Gatorade-Center statt. Auftakt ist immer die feierliche Übergabe der EUROPEADE-Fahne. Namur, der Austragungsort 2016 in Belgien, übergab den diesjährigen Gastgebern in Turku das Symbol für Frieden, Freundschaft und Vielfalt in Europa. Anschließend boten zahlreiche Folklore-Gruppen aus ganz Europa Tanzdarbietungen aus ihren Heimatregionen in traditionellen Trachten und verzauberten die Zuschauer mit ihren bunten Beiträgen, begleitet von landestypischer Livemusik. Zwischen den Tänzen spielte das nunmehr schon zu einer festen Größe der EUROPEADE gewordene Fanfaren- und Showorchester aus unserer Kreisstadt Gotha auf. Tanz auf Stelzen, irische Stepptanz-Kunst, Hochradeinlagen und eine Polka mit mehr als 300 (!) Tänzerinnen und Tänzern waren genauso vertreten wie deutsche, portugiesische oder polnische Volkstänze. Die Finnen selbst und ihre Nachbarn aus Schweden und Estland haben wahre Wunder aufs Parkett gebracht und boten ein unvergessliches Tanz-Schauspiel. Man staunt wirklich nicht schlecht, wenn ein Tanz mit mehreren hundert Teilnehmern reibungslos funktioniert und man selbst mit den eigenen Füßen so seine Probleme hat…

Der Freitag stand zur freien Verfügung und wurde ausgiebig genutzt, die Stadt zu erkunden und den Tänzen auf den vielen Bühnen der Stadt zuzusehen. Fehlen durfte auch nicht der Besuch der Markthalle, finnisch “Kauppahalli“, wo wir finnische Spezialitäten wie Zimtschnecken mit Kardamom, Piroggen mit Rentierfleisch und natürlich Ostseefisch probierten. Gestärkt konnten wir danach das historische Schloss im Hafen, das Apothekermuseum und das historische Café „Qwensel“ besuchen. Wer wollte, konnte an diesem Tag auch einen Ausflug in die nahegelegene Stadt Naantali machen, der mit dem historischen Dampfschiff „Ukkopekka“ im Hafen von Turku startete und eine Fahrt durch das Schärenmeer mit seinen ungezählten Inseln bot.

Lange Fußmärsche machen durstig, so dass eine Strandbar am Aura-Fluss genau das richtige war, um zu entspannen und das Treiben ringsum auf sich wirken zu lassen. Jedoch ist der Konsum von Getränken, vor allem von Bier, sehr teuer, da in Skandinavien dafür hohe Steuern gezahlt werden müssen. Die einheimischen Sorten „Aura“ oder „Karjala“ zu probieren gehörte aber doch zu einem Muss, wenn man sagen wollte, man sei wirklich da gewesen. Geschmeckt hat´s jedenfalls!

Der EUROPEADE-Samstag ist traditionell der Tag mit den meisten Aktivitäten. Schon am frühen Nachmittag versammelten sich die rund 6.500 Teilnehmer am Dom, um dann in einem farbenprächtigen Umzug eine zwei Kilometer lange Parade entlang der Aura zu zeigen. Tanz und Musik, aufwändige Trachten aus aller Herren Länder und die Mitwirkenden aus ganz Europa haben bei schönstem Sommerwetter für einen unvergesslichen Eindruck bei den Einwohnern von Turku und den Gästen der Stadt gesorgt. Am Abend fand an der Hafenbühne der Weltrekord-Versuch im Humppa-Tanz statt, der mit 20.181 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein voller Erfolg wurde. Gekrönt wurde der Samstag mit dem EUROPEADE-Ball auf dem Varvintori-Platz, bei dem nicht nur die EUROPEADE-Teilnehmer tanzten, sondern auch die Gäste zum Mittanzen bewegt wurden (selbst die, die nicht tanzen konnten – hier blieb keiner „unbewegt“).

Leider ist auch die schönste EUROPEADE mal zu Ende. Der Sonntag war für die Heimreise reserviert. Bevor es wieder zurück nach Gotha ging, statteten wir der Hauptstadt Finnlands ein Kurzbesuch ab. Finnland selbst ist eine eigene Reise wert und Helsinki eine weitere ̶ wir hatten nur drei Stunden Zeit, uns während einer Stadtrundfahrt einen nachhaltigen Eindruck von dieser Stadt zu machen. Wir besuchten den Dom, den Westhafen und das Denkmal für Finnlands berühmten Komponisten Jean Sibelius.

Ein Sprichwort sagt: „Wer nach Finnland reist, braucht zwei Koffer. Einen voller Vokale (es gibt seeehr viele davon in finnischen Wörtern) und einen voller Taschentücher, wenn man wieder abreist.“ Es muss was dran sein.

Die Finnland-Fahrer des Vereins für Heimatgeschichte Großfahner e.V.

Geologie am Wegesrand – Die Feuerstein-Linie

Es ist kaum bekannt, dass die Kirschendörfer am Nordrand der Fahnerschen Höhen eine geologische Besonderheit zu bieten haben, die einen regelrechten „Strich in der Landschaft“ darstellt – die sogenannte Feuerstein-Linie.

Maximale Ausdehnung des pleistozänen, fennoskandischen Inlandeises. Blau: Elster-Eiszeit, Gelb: Saale-Eiszeit, Rot: Wecihsel-Eiszeit. Abbildungsquelle: wikipedia. Erstellt von Botaurus stellaris.

Maximale Ausdehnung des pleistozänen, fennoskandischen Inlandeises. Blau: Elster-Eiszeit, Gelb: Saale-Eiszeit, Rot: Weichsel-Eiszeit. Abbildungsquelle: wikipedia. Erstellt von Botaurus stellaris.

Doch was ist das überhaupt, die Feuerstein-Linie? Im Urlaub an der Ostsee sind die schwarz-weißen, harten Feuersteine, eigentlich Flintsteine, allgegenwärtig und stellen ein beliebtes Urlaubsmitbringsel dar, besonders, wenn es sich um einen Hühnergott, einen Feuerstein mit Loch handelt. Noch sehr viel markanter sind indes die großen Findlinge, die am Strand oder auf den Feldern liegen, so tun, als ob sie schon immer dort lägen und Landwirte manchmal zum Verzweifeln bringen, wenn sie die schweren Maschinen beschädigen. Feuersteine und Findlinge gibt es aber auch bei uns in Thüringen, nur sind sie hier nicht so zahlreich und auffällig wie im Norden Deutschlands und sehr viel kleiner. Unser Bundesland ist quasi zweigeteilt: Im nördlichen Teil gibt es sie, im südlichen nicht.

Wie kommt das?

Des Rätsels Lösung liegt in der ältesten, der sogenannten Elster-Eiszeit verborgen, deren Eismassen den Vorstoß bis an den Nordrand der Fahnerschen Höhen schafften und große Mengen Gesteinsmaterial aus dem Norden mit sich führten. Als das Elster-Eis schmolz, blieben die Findlinge und Feuersteine im Geschiebemergel zurück und markieren seither den südlichsten Eisvorstoß des skandinavischen Inlandeises, dem zu DDR-Zeiten sogar Denksteine an verschiedenen Orten in Sachsen und Thüringen gewidmet wurden. Nun kann der Leser fragen: Ja wo sind dann Grund- und Endmoräne, die Sander und Urstromtäler, die Glaziale Serie, über die wir im Erdkundeunterricht gehört haben und die wir auswendig lernen mussten? Weg sind sie! Oder zumindest nicht mehr so deutlich zu erkennen, wie das bei den Eisgrenzen der Saale- und Weichsel-Eiszeit der Fall ist, die sehr viel weiter nördlich liegen. Die Erosion sowie nachfolgende Eiszeiten leisteten in den vergangenen hunderttausenden von Jahren ganze Arbeit und verwischten die einst so markante Feuersteinlinie. Der aufmerksame Betrachter kann sie eigentlich nur finden, wenn er an einem der Denksteine steht oder das Gelände, die Äcker, Wiesen und Felder am besten nach einem Starkregen nach kleinen und kleinsten Feuersteinen absucht, die durchaus zahlreich zu finden sind. Wohlgemerkt nur nördlich der Linie, denn südlich davon finden sich nur Gesteine, die ursprünglich hier vorkommen: Muschelkalk und Keuper-Gesteine. Oder aber man hat das Glück, auf einen der größeren Findlinge zu stoßen, wie vor dem Wohnhaus Lange Gasse Nr. 89, oder auf zusammengetragene Exemplare im Hof der Pension „Zum alten Hauptmann“. Hier liegen Gneis, Granit und andere Geschiebe, die der Besitzer aus der Dachwiger Flur hierher brachte. Einer davon, der rechte Stein, wurde früher als Prellstein an einer Hofeinfahrt verwendet.

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Aus der Dachwiger Flur zusammengetragene Findlinge im Hof der Pension „Zum alten Hauptmann“ in Großfahner, Gartenstraße 9.

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Findling vor dem Wohnhaus Lange Gasse Nr. 89. Maßstab 10 cm.

In der Nachbargemeinde Döllstädt errichtete man sogar das Denkmal für die Gefallenen der Weltkriege teilweise aus Findlingen. Als Baumaterial dienten sie bei uns aber nur selten, da größere Kaliber nicht so häufig waren und sie sich wegen ihrer glatten, abgerundeten Oberfläche nicht so gut zum Bauen eigneten wie der heimische Muschkalk, Travertin oder Sandstein.

Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges in der Nachbargemeinde Döllstädt.

Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges in der Nachbargemeinde Döllstädt, teilweise aus Findlingen erbaut.

Wenn Sie also das nächste Mal in Feld und Flur unterwegs sind, achten Sie mal auf die kleinen schwarzen Feuersteine mit teilweise erhaltener weißer „Rinde“, die unsere Vorfahren in der Steinzeit so gern zur Herstellung allerlei nützlichen Werkzeugs zum Schneiden, Schaben, Bohren und Jagen verwendeten. Vielleicht entdecken sie ja sogar einen kleinen Findling.

Ihr Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V.

20 Thüringer Trachtenpaare

Bunte Farben und Klänge im Gothaer Kulturhaus

Eindrücke von der 1. Thüriade

Im Jahr 2017 begeht der Thüringer Landestrachtenverband sein 20-jähriges Bestehen. Das bietet Anlass zum Feiern, aber auch zum Rückbesinnen auf die Entwicklung der Trachtenlandschaft in Thüringen. Und wer könnte einen solchen Festakt besser gestalten als all diejenigen, die mit Tatkraft und Ideenreichtum in ihren Vereinen die Arbeit der Thüringer Brauchtumspflege vorangetrieben haben?

Inspiriert durch die Idee der Europeade, bei der Teilnehmer aus verschiedensten Orten in Europa ihre regionalen Trachten, Tänze und Musikstücke präsentieren, sollten nun auch Heimat- und Trachtenvereine aus ganz Thüringen ein buntes, bewegtes Festival auf die Bühne des Gothaer Kulturhauses bringen. Am 20. Mai 2017 füllte nun das farbenprächtige Treiben der unterschiedlichsten Trachten den Saal des Kulturhauses. Neben bekannten Tänzen wie dem „Tampet“, dem „Rheinländer“ oder dem „Rühler Springer“, wurden in Kooperation mehrerer Tanzgruppen auch weitere traditionelle Stücke vorgestellt, so etwa ein „Mädchenreigen“ und der eindrucksvolle „Schwerttanz“ der Trachtenmänner. Natürlich kam auch die Musik nicht zu kurz. So gaben verschiedene Chöre einen Eindruck des oft unbekannten Thüringer Liedguts. Die Wechmarer Mühlenpfeifer begeisterten mit Dudelsackklängen. Fehlen durfte natürlich auch nicht die Präsentation einer Choreografie im Fahnenschwingen und Peitschenknallen. Vervollständigt wurde die Vorstellung der Brauchtumspflege durch humoristische Vorträge in der Mundart mehrerer Orte, die so manchen Zuschauer zum Schmunzeln bringen konnte.

Für besonderes Staunen sorgten die Kinder der Thüringer Trachtenjugend, die durch ihre lebendigen Darbietungen in Tanz, Gesang und auch Mundart einen bemerkenswerten Beitrag zum Gelingen des Programms leisteten.

Einer der Höhepunkte war wohl die Vorstellung der Trachtenpaare, die mit ihren so unterschiedlichen Gewändern die kulturelle Vielfalt unserer Region bestens zum Ausdruck brachten. An dieser Stelle sei erwähnt, dass auch die nagelneue Fahnersche Tracht ihren allerersten Auftritt hatte.

Durch viel Vorbereitungsarbeit im Thüringer Landestrachtenverband sowie von Darbietenden und Trainern der jeweiligen Vereine war es möglich, ein gelungenes Programm auf die Beine zu stellen, das die Arbeit der Vereine, des Verbandes und der einzelnen Akteure gekonnt würdigte. So konnten 200 Trachtenträger in 200 Minuten den Besuchern der Thüriade ein Bild von 20 Jahren Brauchtumspflege vermitteln. Eine 2. Thüriade soll in fünf Jahren stattfinden, bei der dann ein Vierteljahrhundert gefeiert wird.

Jenny Schmidt für den Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V.

Foto von Jacob Schröter mit freundlicher Genehmigung des Thüringer Landestrachtenverbandes.

Großfahner gestern und heute – No. 1

Ein berühmtes Zitat von Heraklit von Ephesos (* um 520 v. Chr.; † um 460 v. Chr.) lautet da: “Nichts ist so beständig wie der Wandel.”. Dieser Wandel geschieht manchmal rasch, manchmal aber auch sehr langsam und über einen langen Zeitraum, fast unbemerkt und unspektakulär. Nichts verdeutlicht ihn so sehr wie der Vergleich von Fotos, alten und neuen. Wir starten daher eine neue Serie, in der wir historischen Aufnahmen aus dem Ort aktuelle Fotos gegenüberstellen.

Beginnen möchten wir mit einer Aufnahme des Vierseiten-Hofes Lange Gasse 89 um das Jahr 1910, die uns vom Besitzer, Herrn Gunter Weiß, zur Verfügung gestellt wurde. Sie zeigt ein Gebäudeensemble, über welches wir schon im Artikel über denkmalgeschützte Gebäude und Objekte in Großfahner berichteten. Das Kernhaus, der linke Teil in Giebelansicht, stammt aus dem 16. Jahrundert und diente früher als katholisches Pfarrhaus. 1905 wurde der rechte Teil als Neubau errichtet. Im Vergleich mit dem aktuellen Foto unten hat sich bis auf das Küchenfenster ganz links und den Giebel sehr wenig verändert. Nur die Hühner und Gänse laufen heute nicht mehr frei auf der Straße herum.

Wohnhaus Lange Gasse 89 um 1910.

Wohnhaus von Familie Göldner, Lange Gasse 89 um 1910.

Das Wohnhaus von Familie Weiss, Lange Gasse 89

Wohnhaus von Familie Weiß, Lange Gasse 89 im Jahr 2016.

Ihr Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V.

P-51-Mustang-16

POW/MIA im Einsatz an den Fahnerschen Höhen

Wer im Juli und August des Jahres 2016 aufmerksam auf der Bundesstraße 4 zwischen Gräfentonna und Döllstädt fuhr, bemerkte zuweilen einen großen, weißen LKW und weitere Fahrzeuge auf einem abgeernteten Kornfeld etwas abseits der Straße. Brunnenbohrungen? Geothermie? Archäologische Ausgrabungen? Nah dran. Was sich hier über anderthalb Monate abspielte, war die Bergung eines im 2. Weltkrieg abgestürzten amerikanischen Jagdflugzeugs, einer P-51 Mustang und ihres toten Piloten. Die forensische Anthropologin Mary S. Megyesi grub mit einem 25-köpfigen Team aus US-Soldaten in mühevoller Kleinarbeit nach Teilen des Flugzeugs und barg die sterblichen Überreste des Piloten. „Wir versuchen, jeden einzelnen Knochen oder auch nur Knochensplitter zu finden, damit die Gebeine zurück in die USA überführt und dort ordentlich bestattet werden können. Zunächst aber kommen die Knochen in ein DNS-Labor, wo genetische Untersuchungen daran gemacht werden. Wenn wir den Namen des Piloten sicher bestätigen können und noch lebende Angehörige finden, werden ihnen die Knochen dann zur endgültigen Bestattung übergeben.“, so die Grabungsleiterin. „Die Verwandten können dann entscheiden, ob ihr Angehöriger zum Beispiel auf dem Militärfriedhof in Arlington mit allen militärischen Ehren bestattet wird oder er seine letzte Ruhe auf dem Friedhof der Heimatgemeinde findet. In diesem Fall wissen wir noch nicht mit Sicherheit, welcher Pilot hier gestorben ist. Das werden wir aber rausfinden und hoffen, dass wir einen weiteren Vermisstenfall lösen können.“

Until they’re home. / Bis sie wieder zuhause sind.“ – das ist das Moto der Organisation „Defense POW/MIA* Accounting Agency“, für die Mary S. Megyesi mit ihrem Team in die ganze Welt reist, um im Kampf getötete und vermisste US-Militärangehörige zu finden und in die USA zu überführen. Laos, Vietnam, Korea und einige andere Länder gehören zu ihrem Arbeitsgebiet. „Grundsätzlich verschieden sind sie: von den Bodenbedingungen, den Grabungs- und Bergungsbedingungen sowie der Erhaltung der Reste, die wir vorfinden.“ sagt die Anthropologin. Das Vorgehen ist dabei immer das gleiche. „Wir führen etwa zwei bis drei Grabungskampagnen pro Jahr durch. Es gibt mehrere Teams, die parallel arbeiten, aber alle Ergebnisse fließen im Central Identification Laboratory auf Hawaii zusammen und werden hier ausgewertet. Wir arbeiten solange, bis alle Vermissten wieder zuhause sind.“ Und das sind nach Angaben der Organisation sehr viele: 83.000 US-Soldaten werden seit dem 2. Weltkrieg in vielen Teilen der Welt vermisst, die Mehrzahl in Vietnam und Korea und auf dem europäischen Kontinent.

Dass im 2. Weltkrieg in der Nähe Gräfentonnas ein Jagdflieger abgestürzt ist, war lange bekannt und es gibt auch noch Augenzeugen, die von dem Absturz berichten können. Sie wurden nach ihren Beobachtungen befragt. Das Flugzeug soll nach der Bombardierung Merseburgs auf dem Rückflug beschossen worden sein und stürzte hier am 21. November 1944 ab (MACR 10301*). „Einheimische holten den Bordkompass und das Maschinengewehr aus dem Flugzeug.“, berichtet Andreas Fleischmann aus Großfahner, dessen Großvater Willibald Fleischmann zu den Augenzeugen gehört. Dieser fand damals auch einen ledernen Handschuh, in dem noch die abgetrennte Hand des Piloten steckte. Mitgenommen habe er den freilich nicht. Was mit dem Leichnam des Piloten passierte, ist nach mehr als siebzig Jahren nicht mehr zu ermitteln. „Genau orten konnte die Absturzstelle in dem weitläufigen Gebiet ein Hobbyforscher mit einem Metalldetektor bereits im Jahr 2008. Er meldete seinen Fund an die US-Behörden und wir planten dann unseren Einsatz für dieses Jahr.“, so Megyesi. Dass die Grabung und Aufklärungsarbeit erst jetzt, rund 72 Jahre nach dem Absturz stattfinden kann, ist den politischen Umständen nach dem 2. Weltkrieg und dem Kalten Krieg geschuldet. „Wir kamen bis 1989 an viele Stellen einfach nicht ran“, so die Grabungsleiterin.

Dass die Bergung arkribisch vorbereitet sein will, leuchtet ein, wenn man sieht, mit wie viel Equipment und Arbeitskräften die Amerikaner graben und jeden einzelnen Erdbrocken zerkleinern und durchsieben. „Mehrere Monate Vorbereitungszeit sind keine Seltenheit und wir sind immer auf die Hilfe unserer Kollegen vor Ort und der Landesbehörden sowie das Wohlwollen des Landbesitzers angewiesen.“ Das hatten sie diesmal, denn der zeigte sich der Bergung gegenüber sehr offen, ließ die Soldaten in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen und lud sie zum vorläufigen Abschluss ihrer Arbeit in Gräfentonna zum Grillen ein. „Uns geht es bei der Bergung nicht vorrangig um die Trümmer des Flugzeugs, die wir natürlich auch restlos mitnehmen, sondern vielmehr um die sterblichen Überreste und die persönliche Habe des Piloten.“ Seine Armbanduhr wurde zum Beispiel bereits gefunden und auch Teile der Uniform. Indes ist Publikumsverkehr auf der Grabungsstelle nicht erwünscht. Zu groß ist die Sorge um die Überreste und die Angst vor Raubgräbern. Jeder, der sich nähert, wird auf Abstand gehalten. Defacto stellt die Absturzstelle ein Kriegsgrab dar, dass dauerhaften, gesetzlich geregelten Bestandsschutz genießt, solange sich noch menschliche Überreste hier befinden. Graben oder auch nur das Aufsammeln von Objekten sind daher streng verboten und die Stelle wird überwacht.


Dank geht an Mary S. Megyesi (PhD) für das gegebene Interview, Capt. Mike Ellis für zusätzliche Erläuertungen sowie an Staff Sgt. Erik Cardenas für die bereitgestellten Fotos der Grabungskampagne. Wir wünschen dem Team weiterhin viel Erfolg bei seiner Arbeit!


Fotogalerie: Alle Fotos Staff Sgt. Erik Cardenas, Defense POW/MIA Accounting Agency.

* Abkürzungen:

POW/MIA – Prisoner of War / Missing in Action. Kriegsgefangener / Im Kampf vermisster Soldat.

MACR – Missing Air Crew Report. Einsehbar auf www.archives.gov/research/military/ww2/missing-air-crew-reports.html.

Hier gibt es mehr Fotos: www.dvidshub.net/image/2791594/dpaa-conducts-search-and-recovery-efforts-germany

Literatur: Lämmerhirt, R. & Hälbig, E. (2012): Luftkrieg im Raum Eisenach – Gotha – Hainich – Werratal – Thüringer Wald 1943-1945. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza. ISBN: 9783867773485.

Quelle Beitragsbild P-51-Mustang-16: www.aviation.stackexchange.com

Kühnsche Turmuhr Großfahner 417_1919

No. 417, Baujahr 1919

Schwer liegt der große Eisenschlüssel in der Hand. Er rastet im Schloss ein und mit einem leichten Dreh öffnet er den Riegel, der das Eingangsportal der Kirche „Sankt Peter & Paul“ in Großfahner versperrt. Wir begeben uns auf Spurensuche für ein Buch, das drei Uhren- und Geschichtsenthusiasten aus Gräfenroda und Waltershausen schreiben wollen – über die ehemalige Turmuhrfabrik und Mechanische Werkstatt Wilhelm Kühn in Gräfenroda. Harald Siefert aus Gräfenroda bat uns per Email, doch einmal nachzusehen, ob in Großfahner noch eine Kühn’sche Turmuhr steht, welche Nummer sie hat und wer sie wartet. Die Gemeinde Großfahner steht auf einer alten Liste der Firma Kühn, zusammengestellt um das Jahr 1930.

„Das Betreten des Turmes ist Unbefugten verboten. Zuwiderhandlung wird mit 10 Reichsmark bestraft! Der Bürgermeister.“ steht da auf einem handgemalten Holzschild am Eingang zum Turm, das von früheren Zeiten kündet. Tatsächlich gehörte der Turm nicht der Kirche sondern der Gemeinde, die damit auch für ihn verantwortlich war. Ob Olga Nöthlich und Fritz Brill auch die 10 Reichsmark zahlen mussten, als sie im Frühjahr 1945 unter Einsatz ihres Lebens die weiße Fahne auf dem Kirchturm hissten?

Die dicken Eichenstufen im Turm knarren unter unseren Füßen und wir hinterlassen unsere Spuren im Staub, der neben den Spinnweben allgegenwärtig ist. Auf der ersten Etage angekommen, erblicken wir bereits die schweren Gewichte, die, an Stahlseilen hängend, die Mechanik der Uhr antreiben. Besser gesagt antrieben, denn hier bewegt sich seit vielen Jahrzehnten nichts mehr. Doch dazu später mehr. Noch zwei Etagen müssen wir erklimmen und dann stehen wir vor einem hölzernen Verschlag mit einer Tür. Auf den Brettern erkennen wir verschiedene Inschriften aus den 40er, 50er und 60er Jahren. Alles Einträge von technischen Wartungen der Turmuhr – von Karl-Heinz Fabig aus Gräfenroda zum Beispiel. Die Tür lässt sich nur schwer öffnen, das alte Kastenschloss klemmt. Doch sie geht unter einigem Ächzen auf. Dahinter, unscheinbar und eingehaust in einem hölzernen Uhrenkasten finden wir sie: die alte, stumme Turmuhr. Und tatsächlich: auf dem Uhrenkasten befindet sich eine gegossene Firmenplakette mit floralen Jugendstil-Elementen und dem Schriftzug „Wilhelm Kühn Turmuhren-Fabrik Gräfenroda.

Firmenplakette der Firma Wilhelm Kühn Turmuhrenfabrik Gräfenroda in Thüringen.

Firmenplakette der Firma Wilhelm Kühn Turmuhren-Fabrik Gräfenroda in Thüringen.

Wir öffnen behutsam den Kasten und nehmen die Frontverkleidung ab. Wunderschön sieht sie aus und auch nach vielen Jahrzehnten wie frisch aus der Werkstatt. Dabei hat sie nun fast 100 Jahre auf dem Buckel. Die großen, blanken Zahnräder heben sich deutlich gegen das in leuchtendem Grün lackierte Gestell aus Gusseisen ab. Direkt auf dem Gestell entdecken wir das mit laufender Nummer und Jahreszahl versehene Schild „Thurmuhrfabrik & Mechanische Werkstatt Wilhelm Kühn in Gräfenroda / Th., No. 417 Anno 1919″. Treffer!

Seriennummer und Jahr der Herstellung der großfahnerschen Turmuhr.

Seriennummer und Jahr der Herstellung der großfahnerschen Turmuhr.

Hier liegt die Kurbel, da steht das Ölkännchen, gerade so, als wäre die Uhr nur kurze Zeit außer Betrieb. Was ist das? Da ist ein Zettel angeheftet! Nachdem wir den Staub etwas entfernt haben, können wir dort lesen: „Von Station Gräfenroda nach Station Döllstädt über Gotha am 6. Juni 1919.“ Der Lieferschein, der die Uhr von Gräfenroda nach Großfahner begleitete! Jemand hat sich die Mühe gemacht, den kleinen, unscheinbaren Beleg mit Eisenstiften in den Uhrenkasten zu heften. Was für ein Glücksfall, denn Harald Siefert wird uns später berichten, dass er nur einen einzigen weiteren Beleg für einen derartigen Lieferschein kenne. Sie wurden wohl in der Regel nach dem Einbau entfernt und weggeworfen.

Warenbegleit bzw. Lieferschein der großfahnerschen Turmuhr von Gräfenroda zum Bahnhof Döllstädt am 6. Juni 1919, angeschlagen im Uhrenkasten.

Warenbegleit- bzw. Lieferschein der großfahnerschen Turmuhr von Gräfenroda zum Bahnhof Döllstädt am 6. Juni 1919, angeschlagen im Uhrenkasten.

Pfarrer Arthur Meng schreibt in den Heimatglocken, dem evangelischen Gemeindeblatt für Großfahner in der Ausgabe Mai/Juni 1919 über die Inbetriebnahme der Uhr: „Am 20. Juni ging endlich ein langgehegter Wunsch der Gemeinde in Erfüllung. An diesem Tage wurde die neue Turmuhr dem Betrieb übergeben. Seit vielen Jahrzehnten war die Gemeinde eigentlich ohne rechte Uhr, da die alte nur ganz dürftig ihren Zweck erfüllte. Das eigentliche Werk ist alt, denn an einer Seite des eisernen Gestells ist zu lesen: Verfertigt von dem Fürstl. Schwarzb. Rudolst. Hofuhrmacher Georg Andreas Eberhardt, Stadilm i. Jahre 1796. Nach einer anderen Angabe soll sie 1805 aufgestellt sein. Doch wird die erste Lesart wohl die richtigere sein. Nach Erbauung des neuen Turmes 1875 ist auch die Uhr repariert worden. Jedenfalls hat die Gemeinde davon wenig gespürt. Die neue Uhr ist ein Werk der bekannten und angesehenen Turmuhrfirma Wilhelm Kühn in Gräfenroda. Sie läuft ununterbrochen 8 Tage und ist bester und neuester Konstruktion. Möge das Werk den Meister loben. Unserer Gemeinde aber möchte die Uhr Stunden schlagen, die zweierlei bringen: Gottesfrieden und täglich Brot!“

Wir machen die von Harald Siefert gewünschten Fotos, schließen den Uhrenkasten dicht ab und überlassen die Uhr wieder der Stille. Doch damit ist es nicht getan, denn der schwierigste Teil der Spurensuche steht noch bevor. Wer hat die Uhr gewartet und jede Woche aufgezogen, bis sie stillgelegt und durch ein elektronisches Funkwerk ersetzt wurde? Dazu müssen wir die älteren Einwohner finden, die sich daran vielleicht noch erinnern können. Nach vielem Fragen werden wir letztendlich beim ehemaligen Kirchenratsmitglied und Posaunisten Arno Lütz in der Mittelgasse fündig. Der rüstige Fünfundachtzigjährige erinnert sich, dass Frieda und Hans Ernst sowie Herbert Heinemann und vor allem Paul Kühn, der mit der Familie Kühn aus Gräfenroda keine verwandtschaftlichen Beziehungen hatte, die Uhr über die Jahre warteten und wöchentlich aufzogen. Da die Stilllegung der Kirchturmuhr nun schon einige Jahrzehnte zurück liegt, ist es schwierig, genau zu sagen, wer sie zu welcher Zeit betreute und wann ihre letzte Stunde schlug. Darüber gibt es leider keine bekannten Aufzeichnungen. So muss es reichen und die Informationen gehen zusammen mit den Fotos nach Gräfenroda, wo sie schon sehnlichst erwartet werden, denn die Zeit drängt.

Rotraut Greßler, Ursula Schwientek (eine Nachfahrin der Kühns) und Harald Siefert veröffentlichten ihr Manuskript zum Buch am 19. November 2016 in der St. Laurentius-Kirche zu Gräfenroda vor einem großen, interessierten Publikum. Das Druckwerk erschien kurze Zeit später am 26. Dezember des Jahres. Nun halten auch wir ein Exemplar für unsere Vereinsbibliothek in Händen, blättern, suchen und finden „unsere“ Uhr auf Seite 142, hinter Nummer 416 in der Kirche St. Jacobus in Zimmernsupra und vor Nummer 418 in der Dorfkirche Großliebringen. Wir können teilhaben an der akribisch recherchierten Firmengeschichte der Thurmuhrfabrik & Mechanischen Werkstatt Wilhelm Kühn in Gräfenroda, eintauchen in über 150 Jahre Kultur- und Technikgeschichte und erfahren viele historische Details über die Kühns und ihre Uhren, mit denen sie sich in Thüringen, Deutschland, Europa, ja der ganzen Welt einen Namen gemacht und ein Denkmal gesetzt haben. Und wir ziehen den Hut vor der herausragenden Leistung, die unzähligen Informationen, Fotos und Details aus Nah und Fern in einem Buch vereint zu haben, das seines Gleichen sucht. Chapeau!

DAs Buch "Kühnsche Turmuhren aus Gräfenroda", erschienen im Eigenverlag Rotraus Greßler.

Das Buch „Kühnsche Turmuhren aus Gräfenroda“, erschienen im Eigenverlag Rotraut Greßler.

Wer das Buch (ISBN: 978-3-932655-53-1) zum Preis von 29,80 Euro zzgl. Versand bestellen, die Turmuhr der eigenen Heimatgemeinde und die Geschichte der Fabrik entdecken möchte, wende sich am besten an die Herausgeberin: Rotraut Greßler in Waltershausen. Email: info@sagestreffend.de. Weitere Informationen zum Buch gibt es hier: www.sagestreffend.de/inhalte/kuehnsche_turmuhren.

Wir können es nur empfehlen!

Ihr Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V.

Einige Orte in der Umgebung, die eine im Betrieb befindliche Kühn’sche Turmuhr besitzen mit Nummer und Jahr der Herstellung: Gierstädt (358/1910), Kleinfahner (144/1885), Herbsleben (388/1914), Nägelstedt (403/1916), Eschenbergen (455/1924), Hausen (481/1926), Bufleben (93/1875). Alle Angaben zu den Uhren der umliegenden Orte wurden aus dem Buch entnommen.

Gloriosa

THEATER: „Die Gloriosa läutet in Großfahner“

„Hin und wieder steigt die gute alte Gloriosa von ihrem Glockenturm. Finden sich dann Zuhörer, erzählt sie ihre Geschichte, betrauert ihre zersprungenen und geschmolzenen Vorgängerinnen, gerät über ihren Glockengießermeister ins Schwärmen und plaudert über das Glockengießen im Allgemeinen und natürlich besonders über ihren speziellen Fall. Es erwartet Sie ein heiterer Theater-Nachmittag über das „Leben“ der berühmtesten Glocke Erfurts.“

Ein „Ein-Frau-Theaterstück“ von und mit Anette Seibt. Sie sind herzlich eingeladen!

Gute Unterhaltung wünscht Ihnen der Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V..


Spieltermin: Samstag, 2. September 2017, Beginn: 16:00 Uhr im

Schlossgasthof Großfahner.

Eintritt: 8 € pro Person im Vorverkauf, 10 € pro Person

an der Saal-Kasse. Ermäßigung für Kinder und Jugendliche: 2 €.

Kartenvorverkauf im Eiscafé „Im Fachwerk“ Großfahner ab 21. August 2017.


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Umsonst-Regal in Großfahner

Jetzt gibt es endlich auch bei uns eines – ein Umsonst-Regal. Das Regal soll eine einfache Möglichkeit bieten, gebrauchte, gut erhaltene Gegenstände unkompliziert weitergeben zu können, damit sie ein neues Zuhause bekommen und nicht irgendwo im Keller oder auf dem Dachboden verstauben oder irgendwann gar entsorgt werden. Das hat vor allem mit dem Wunsch zu tun, einen nachhaltigeren Konsum und einen bewussteren Umgang mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen zu fördern und die Menschen dafür zu sensibilisieren. Ganz nebenbei ist es aber auch für die Gemeinschaft schön, wenn Dinge des täglichen Bedarfs hier eingestellt oder gefunden werden können. Der Geber ist es los und der Nehmer freut sich – ein Gewinn für beide Seiten und ebenso für die Umwelt, da die Lebensdauer der Gegenstände „verlängert“ wird.

Wie funktioniert das nun mit dem Umsonst-Regal und wo ist es zu finden? Der Standort befindet sich im alten Landwarenhaus in der Mittelgasse 111 in Großfahner. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, das Regal im Flur des Gebäudes unterzubringen, um es vor Witterungseinflüssen zu schützen. Zugang zum Regal erhält man während der Öffnungszeiten der Landfleischerei, Dienstags bis Mittwoch von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr, Donnerstag bis Freitag von 8.00 bis 17.00 Uhr und Samstags von 7.00 bis 11.00 Uhr. Eingestellt werden dürfen Gegenstände des täglichen Bedarfs, also Geschirr, Gläser, Besteck, Kochutensilien, aber auch Dekorationsartikel und vor allem Bücher – eigentlich alles, was ein Haushalt so braucht. Die Gegenstände sollen gut erhalten, sauber und in einem brauchbaren Zustand sein, damit sie weiter verwendet werden können. Sperrige Dinge, Kleidung und Lebensmittel dürfen aufgrund des wenigen Platzes und bzw. wegen Verderblichkeit nicht eingestellt werden, doch dafür wollen wir noch eine Pinwand mit Suche-Biete-Kategorien einrichten. Hier kann später jeder eine Nachricht hinterlassen, der etwas anzubieten hat oder etwas bestimmtes sucht – lokal, regional, nachhaltig.

Wir haben als Verein die Verantwortung für das Regal übernommen und werden regelmäßig nach dem Rechten sehen und ggf. aufräumen oder aussortieren. Wir wünschen uns, dass es aktiv angenommen wird, stets ordentlich bleibt und einen Beitrag zum Wohle der Dorfgemeinschaft und zum Umweltschutz leistet.

Euer Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V.