Nautilus

Die Fossilien der Fahnerschen Höhen

Fossilien sind von den Fahnerschen Höhen wohlbekannt und recht häufig zu finden. Am auffälligsten sind die sogenannten Ammonshörner, die Überreste ausgestorbener Kopffüßer. Ein beschalter, noch heute lebender Vertreter dieser Tierklasse, auch Cephalopoden genannt, ist der im Indopazifik beheimatete Nautilus pompilius LINNAEUS, 1758. Die Schale der Tiere gliedert sich in einen Wohnkammer- und Gaskammerteil. Die schöne Verzierung auf den Steinkernen, die wir hier finden können, resultiert aus der Form der Scheidewände der einzelnen, zu Lebzeiten des Tieres mit Gas gefüllten Kammern.
Die Ceratiten, wie die Ammonshörner richtig bezeichnet werden, ernährten sich von Kleintieren, die sie mit ihren Fangarmen, welche freilich nicht mehr erhalten sind, fingen. Zum Ende der Muschelkalk-Zeit erreichten diese Tiere Duchmesser von bis zu 40 Zentimetern. Im Muschelkalk gab es aber nicht nur Ammonshörner sondern eine Vielzahl verschiedener Organismen von Muscheln, Nautiliden, Armfüßern, Austern über Seeigel und Fische bis zum bekanntesten Saurier des Muschelkalks, dem Nothosaurus, dessen Fossilien jedoch sehr selten zu finden sind.
Zu den häufigsten Funden zählen weiter die Hexenpfennige, kleine runde Steinscheibchen mit einem zentralen Loch und einer gekerbten Oberfläche. Sie sind manchmal zu hunderten in einem einzigen Stein zu finden. Die Hexenpfennige sind nun keine Münzen mit denen Hexen bezahlten sondern die Überreste sehr graziler Tiere, einer Seelilie mit dem schönen Namen Encrinus liliiformis. Dieses Tier, entgegen der Bezeichnung Seelilie keine Pflanze, siedelte im lichtdurchfluteten Flachwasser des Muschelkalkmeeres und war mit einer Haftscheide am Meeresboden verankert. Der Stiel der Tiere bestand aus den sogannten Trochiten, eben jenen Hexenpfennigen, die wir heute versteinert finden können. Auf dem Stiel saß eine Krone mit zehn Armen, mit deren Hilfe das Tier Nahrung zur Mundöffnung strudeln konnte. Die Seelilien bildeten manchmal ganze Kolonien oder Rasen. Wenn ein Sturm tobte, konnte es manchmal vorkommen, dass ganze Kolonien ausgelöscht und unter Sediment begraben wurden. Dann blieben die Tiere manchmal vollständig erhalten, was jedoch sehr selten vorkam. Der massige Trochitenkalk, der fast gänzlich aus den Hexenpfennigen bestehen kann, erinnert uns heute noch an die Existenz dieser Tiere. Nach ihrem Tod zerfielen sie sehr rasch und ihre Überreste wurden durch Wellenbewegung zu mächtigen Lagern zusammengeschwemmt. Wer eine vollständige Krone oder auch nur einen Teil davon findet, hat großes Glück.
Neben den Trochiten kommen noch Armfüßer (Brachiopoden) sehr häufig vor. Dies sind kleine Tiere, die Muscheln sehr ähnlich sehen aber keine sind. Sie besaßen ebenfalls zwei Schalen. Im Unterschied zu den Muscheln, die über eine rechte und linke Klappe verfügen, haben die Armfüßer eine untere und eine obere Klappe. Die Armfüßer siedelten auf dem Meeresboden und waren mit diesem über einen muskulösen Stiel verbunden. Sie bildeten manchmal ganze Rasen. Zur Aufnahme ihrer Nahrung öffneten sie die Klappen und strudelten Nahrung ein.

Eine kleine Übersicht zu den häufigsten Fossilien des Muschelkalks finden Sie hier.