Kreativ-Markt mit historischer Modenschau – ein Rückblick

Was war es für ein Glück, dass am vergangenen Sonnabend das Wetter so gut mitspielte und uns Temperaturen über 20 Grad bescherte. Genau richtig möchte man sagen, denn die Sonne sorgte für ausgelassene Stimmung zu unserem Kreativ-Markt mit historischer Modenschau, der am 12. September in der Pension „Zum alten Hauptmann“ stattfand. Ein wenig kleiner als unsere bisherigen Handwerkerfeste 2007 und 2009 war er schon, doch sorgte ein buntes, abwechslungsreiches Programm dafür, dass keine Langeweile aufkam und die Besucher eine modische Zeitreise durch das 20. Jahrhundert erleben konnten.

Lange vorher schon haben wir hierfür das Programm und die historischen Kleidungsstücke zusammengestellt, geprobt und immer wieder verändert bis es passte. Was dabei heraus kam, war ein fröhlich bunter Mix aus schrillen Auftritten, etwa der Mode der 80 Jahre, der Flower-Power- oder auch der Charleston-Zeit und klassischen Kostümen wie der Ausgehmode der 20er und Alltagskleidung der 30er Jahre. Natürlich durften auch die Pioniere der DDR, die klassische Feuerwehruniform, die Haushaltsmode mit Kittelschürze und Blaumann und die alte deutsche Nachtmode nicht fehlen. Den ansehnlichsten Höhepunkt aber bot das aus der historischen Führung 2013 bekannte Ehepaar von Seebach, welches von Kathleen und Arndt Schmidt dargestellt wurde. Zum Abschluss der historischen Schau tanzte dann die Trachtengruppe des Dachwiger Heimat- und Museumsvereins und lud auch die Gäste zum Mittanzen ein. Musikalisch wurden die Besucher des Festes auf’s Beste von „Erfurter Stubenfolk“ und dem Berliner Duo „Stetldik“ unterhalten.

100 Jahre Mode in ca. 40 Minuten zu verpacken, war indes nicht leicht und so fielen zum Beispiel die vielfältigen, der Zeit entsprechenden Uniformen des 20. Jahrhunderts dem Rotstift zum Opfer. Sei es drum, es sollte ja vor allem Spaß machen und das hat es wohl! Der Kreativ-Markt bot vielfältige Möglichkeiten, sich über verschiedene Handarbeitstechniken zu informieren, selbst einmal Hand anzulegen und zum Beispiel das Annähen von Knöpfen zu erlernen. Kartoffeldruck für die kleinen Besucher und anspruchsvolle Handarbeiten für die größeren Gäste rundeten das Angebot ab. Dazu gab es Selbstgebasteltes, -genähtes, -gesticktes und -gestricktes, Anleitungen und viele Bücher. Die Frauen der Spinnstube Kleinfahner sponnen fleißig mit ihren Rädern und der Bodelschwingh-Hof Mechterstedt verkaufte selbstgenähte Kindersachen für einen guten Zweck. Unser Verein informierte über seine zurückliegenden Aktivitäten und es entspannen sich viele gute Gespräche rund um die Geschichte des Dorfes.

Doch halt, ein Ehrengast war auch eigens für diesen Tag angereist. Inspiriert durch unseren Artikel über den Campingwohnwagen „Friedel“, kam Rüdiger Lehmann mit seiner Familie aus Mühlhausen, um seinen „FRIEDEL 1″ Baujahr 1967 zusammen mit einem Wartburg 353S vorzustellen. Der „FRIEDEL“ lockte dann auch viele ehemalige Betriebsangehörige des VEB an und bot Gelegenheit für eine Besichtigung und so manche Fachsimpelei. Eberhard Büchner nutzte die Gelegenheit, dem jungen FRIEDEL-Fan das ehemalige Betriebsgelände zu zeigen und erzählte Anekdoten aus seinem reichen Erfahrungsschatz.

Alles in allem war dieser kreative Tag sehr gelungen und wir freuen uns, unseren Besuchern wieder ein schönes Erlebnis bereitet zu haben. Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen, die bei der Vorbereitung und Durchführung mitwirkten und diesen Tag erst ermöglichten. Vielen herzlichen Dank sagen wir unseren zahlreichen Besuchern, die auch weite Wege in Kauf nahmen um dabei zu sein! Wir freuen uns schon auf die nächste Veranstaltung wenn es wieder heißt: „Herzlich willkommen in Großfahner!“

Ihr Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V.

Einen Artikel aus der Thüringer Allgemeinen Zeitung Ausgabe Erfurt Land vom Mittwoch, 16. September 2015 gibt es hier.