Diese Kugel-Gießzange diente einst dem Jäger oder Musketier zum Herstellen von Bleikugeln als Munition. Das Blei wurde über dem Feuer verflüssigt, in die Einfüllöffnung gegossen und die Kugel nach kurzem Erkalten entnommen. Der Gießzapfen wurden mit einer Zange entfernt und die Kugeloberfläche geglättet. Zusammen mit dem Schwarzpulver wurde sie in Papier gewickelt und in der Patronentasche verstaut. Zum Laden des Vorderladergewehrs wurde die Papierpatrone mit den Zähnen aufgebissen, von dem Schießpulver zunächst etwas auf die Zündpfanne gegeben (daher kommt der Spruch „Etwas auf der Pfanne haben.“), diese verschlossen und der Rest von vorn in den Lauf eingefüllt, das Patronenpapier hineingestopft und mit dem Ladestock fest verdämmt. Anschließend kam die Kugel in den Lauf und das Gewehr war feuerbereit.
Die Zange stammt aus dem 18. Jahrhundert.
