Kategorie-Archiv: Veranstaltungen

Friedeltreffen 2019 – Nachlese

Werte Friedel Freunde,

Wir haben erfolgreich unser 2. Friedeltreffen absolviert. Dafür herzlichen Dank. Unser Vereinsmitglied Arndt hat in seinem Artikel, vom 23.10.2019, alles noch einmal zusammengefasst. Die Organisation ist uns nicht leichtgefallen. Trotzdem wurden wir gebeten 2020 unbedingt ein 3. Treffen zu organisieren.

Das ist unsere Entscheidung:

Das 3. Friedeltreffen findet, unter dem Motto:

“Schneller, Höher, Friedel – Dabei sein ist alles“,

vom 04.09. bis 06.09.2020 statt.

Zur Einstimmung darauf hier nun eine Nachlese zum 2. Friedeltreffen im September 2019 in Großfahner.

 

Friedeltreffen 2019 – Nachlese

Wochenende. Sonnenschein. Raus aus den vier Wänden.

Das konnte man am 13. und 14. September 2019 gut verbinden mit einem Besuch auf dem Sportplatz in Großfahner.

Dort fand das zweite internationale Friedeltreffen statt. Der Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V. hatte dafür vierundzwanzig offizielle Anmeldungen auf dem Tisch, eine sogar aus Dänemark. Aber durch die Friedel-Freunde selbst wurden noch mehr Hängerbesitzer aktiviert, so dass auf dem Sportplatz am Samstagabend neunundzwanzig Friedel 1 und Friedel 2 einen Standplatz gefunden hatten.

Das erregte Aufsehen. Nicht nur die Bewohner des Ortes waren gekommen, um die Campinganhänger zu sehen und die Besitzer zu sprechen. Auch Liebhaber anderer alter Fahrzeuge, wie Wartburg 311 Camptourist, Trabant Kübel, Wolga oder ES Seitenwagengespann (die Aufzählung könnte noch weiter gehen), schauten vorbei, um die Produkte aus über zwanzig Jahren Fertigung in Großfahner zu besichtigen.

 

Selbst der Landrat des Landkreises Gotha, Onno Eckert, ließ es sich nicht nehmen, am Abend trotz vollem Terminplan in Großfahner die Friedel-Freunde und den Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V. zu besuchen.

Er war bewegt, dass diese Zeugnisse handwerklicher Kunst noch nach so langer Zeit mit Liebe und Enthusiasmus am Laufen gehalten werden und trotz Enge und fehlendem Komfort nicht einfach durch moderne, hochtechnische Campinganhänger ersetzt werden.

Bei Thüringer Rostbratwurst und Bier (und weiteren flüssigen und gegrillten Spezialitäten) wurde zwei Tage gefeiert, geklönt und gefachsimpelt.

Der eigentliche kulinarische Höhepunkt des Treffens entsprang dem Motto der Veranstaltung: FRIEDEL, FREUNDE, REIBEKUCHEN.

In einer riesigen Gusspfanne zubereitet wurden die über dreißig Kilogramm Rohmasse zu leckeren Ditschern verarbeitet, angeboten mit Zucker, Apfelmus, Knoblauchquark oder Lachs. Für jeden was dabei und einfach nur lecker, war das Urteil aller.

Das Treffen wurde bereichert durch einen Besuch in der Biogasanlage der Agrarprodukte e.G. Großfahner, bei dem alles Wissenswerte um Ausgangsstoffe und Verarbeitung zu Biogas erklärt wurde und die Nutzung desselben.

Aber auch beim Quiz über die Anhängermodelle aus DDR-Zeiten wurde eifrig mit gerätselt, gab es doch als Prämie für die Gewinner hochwertige Preise, unter anderem ein 3D-Druckmodell eines Friedel 1 mit Trabant 601 als Zugfahrzeug für den Platz EINS.

Wir danken allen, die zum Gelingen des Treffens beigetragen haben, den internen und externen Helfern, den Besuchern, dem Bürgermeister Großfahners Hans Kirchner und den Angestellten der Gemeinde, der Fahner Frucht GmbH, der Agrargenossenschaft Großfahner, e.G. dem Sportverein TSV Großfahner e.V., dem Kirmesverein Großfahner 1895 e.V., dem Eiscafé Fachwerk, und nicht zuletzt den Friedel-Besitzern, ohne die es ein solches Treffen gar nicht geben könnte.

Es wird ein nächstes Treffen geben, darauf freuen sich vor allem die Friedel-Freunde aus nah und fern und der Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V.

Neuigkeiten zum Friedel-Treffen in Großfahner

Während sich das Jahr 2018 dem Ende zuneigt, ist für uns vom Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V. die Zeit gekommen, noch einmal zurückblicken auf das 1. Friedel-Treffen. Da uns im Nachgang des Treffens so viele positive Rückmeldungen erreicht haben, möchten wir nun bereits einen Blick ins nächste Jahr werfen. Denn wir können mit Freude mitteilen:

Es wird 2019 ein 2. Friedel-Treffen in Großfahner geben. Vom 13.09.-15.09.2019 laden wir unter dem Motto „Friedel-Freude-Reibekuchen“ wieder alle Friedel-Freunde und Interessierten aus fern und nah rechtherzlich nach Großfahner ein. Weitere Informationen finden Sie im Verlauf der nächsten Wochen an dieser Stelle.

Als Reaktion auf das 1. Friedeltreffen in Großfahner erhielten wir von einem Teilnehmer diesen Brief, über den wir uns sehr gefreut haben. So positive Reaktionen wie diese sind für uns der Antrieb, auch weiter Veranstaltungen wie das Friedel-Treffen zu organisieren, und wir möchten uns herzlich bei den Verfassern des Briefs für die Genehmigung zur Veröffentlichung bedanken.

Nachlese 1. Friedel-Treffen

Hallo Verein für Heimatgeschichte,

Ihr habt mit Euren Leuten ein fantastisches Treffen organisiert! Solch ein erstes Treffen ist mit vielen Fragen verbunden – Wie viele Friedel Kommen? Wie wird das Wetter? Ist genügend Essen und Trinken vor Ort? Kommen die ehemaligen Mitarbeiter/innen? Klappt alles so, wie man sich das vorstellt?

Ich glaube, alle haben das Wochenende voller Begeisterung genossen und sind mit Wehmut heim gefahren. Allein schon die Begrüßung mit den vorbereiteten Mappen war toll! Als ich später diese öffnete war ich über den Inhalt mehr als begeistert. Der Aufkleber, das Blatt mit der Tages-Nummer des Friedel, was man im Hänger befestigen konnte, und überall stand deutlich zu lesen „1. Friedel-Treffen in Großfahner“. Dazu noch die aufwendig gedruckte Broschüre, was man sonst auch nicht bekommt. Bei anderen Treffen sind es dann geklammerte Einzelblätter! Was wir ganz toll fanden, war die Idee mit dem handgeschriebenen Dank an die geschichtlichen Unterstützer auf der Rückseite. Am meisten begeisterte mich bei unserer Ankunft, dass ein Plakat auf dem Hof der Pension hing. Es war sehr schön gestaltet und farblich auffällig, so dass es sofort ins Auge fiel. Aus diesem Grund war ich sofort daran interessiert eines zu bekommen. Auch die zusätzlichen Aufkleber wurden gekauft und auf dem Sportplatz gab es am Sonntagmorgen noch Gespräche: Wieso hast du mehrere Aufkleber und ich nicht? Auch im Ort und in Geschäften lag Werbung aus, war einfach toll organisiert!

Aus unserer Sicht ein rundum gelungenes Treffen, denn wir waren eine tolle Friedel-Familie. Auch das Interesse der Besucher an unseren Anhängern war riesig. Die ehemaligen Mitarbeiter hatten ebenfalls keine Kontaktprobleme und beantworteten gern all unsere Fragen.

Die Heimfahrt bei schönstem Reisewetter war völlig relaxt, nur die Trennung von den Gleichgesinnten fiel schwer. Gegen 13.30 Uhr waren wir mit die Letzten, die den Sportplatz verließen, aber es war eben so schön, sich mit Mitgliedern der Familie zu unterhalten

Es war schön Euch alle mal persönlich kennen zu lernen! Ihr hattet viel Arbeit, wurdet aber unserer Meinung nach von allen mit Lob und Anerkennung überschüttet. Macht weiter so und das 2. Friedel-Treffen wird eine Nummer größer werden!

Nun reicht es aber für heute, sonst wird es doch noch ein Roman.

Viele Grüße aus Schwerin

Ingolf und Beate

 

Der Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V. wünscht Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr.

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Weltweit erstes FRIEDEL-Treffen in Großfahner

Ein Friedel war und ist bis heute ein wahres Sammlerstück. Diese Fahnerschen Originale sowie ihre Freunde und Besitzer sind heute über ganz Deutschland verstreut und nur noch selten zu finden. Und so verwundert es nicht, dass auch so mancher Großfahnerscher nicht weiß, was es mit einem Friedel überhaupt auf sich hat. Bei Fabrikaten mit diesem klangvollen Namen handelt es sich um Camping-Anhänger für zwei bis vier Personen, welche zwischen 1967 und 1990 in der Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) Fahrzeugbau Großfahner gefertigt wurden. Pro Jahr haben im Schnitt ca. 100 Friedel die Werkestatt verlassen, insgesamt wird die Zahl der produzierten Friedel auf etwa 2000 geschätzt. Da allerdings mit der Wendezeit die Nachfrage nachließ, wurde die Produktion schließlich eingestellt und die Geschichte des Friedel geriet in Vergessenheit.

Bis im Jahr 2015 im Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V. die Idee aufkam, die umfangreiche Geschichte hinter dem Friedel näher zu beleuchten. An dieser Stelle gilt ein herzlicher Dank Eberhard Büchner, Thomas Daniel und Heinrich Paetow für die intensive Aufarbeitung der Firmengeschichte und der des Friedel. Im Zuge dessen wurden auch Kontakte zu heutigen Besitzern der in Großfahner gefertigten Campingwagen geknüpft und nach der Ausstellung eines Friedel zum Kreativmarkt des Vereins für Heimatgeschichte im selben Jahr war eine weitere Idee geboren: Es herrschte unter den Friedel-Freunden der Wunsch, in Großfahner, der Wiege ihrer treuen Wohnwagen, zu einem Treffen zusammenzukommen.

Und nach langer Vorbereitungszeit war es soweit: Vom 7. bis 9. September 2018 lud der Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V. Friedel-Freunde aus Nah und Fern nach Großfahner ein, um zum ersten Mal überhaupt bei einem Friedel-Treffen über die Geschichte der Wohnwagen zu informieren und den Austausch zwischen den Besitzern anzuregen. Diesem Ruf folgten insgesamt fünfzehn Gespanne, die teilweise weite Strecken zurücklegten oder aber spontan anreisten, um am Treffen teilzunehmen. Der Sportplatz wurde binnen weniger Stunden zu einer Camping-Oase, wo die Friedel-Freunde interessierten Besuchern aus Großfahner und Umgebung fachkundig Auskünfte zu ihren Wohnwagen gaben.

Los ging es am Freitagabend nach Anmeldung und Einrichten mit einer Friedel-Party im Hof der Pension „Zum Alten Hauptmann“ mit Verpflegung vom Grill und Live-Musik von Friedel-Besitzer Rüdiger Lehmann, zu der neben den Teilnehmern des Treffens auch die Dorfgemeinschaft herzlich willkommen war. Am Samstag wurde für die Camper das Programm fortgesetzt mit einer Verkostung von Säften und Bränden im Laden der Fahner Frucht GmbH in Gierstädt, gefolgt von einem Vortrag von Arndt Schmidt über Entstehung und Bau des Friedels, der großen Andrang bei Teilnehmern und Besuchern aus der Umgebung fand. Die Geschichte der PGH Fahrzeugbau Großfahner und Details zur Produktion konnten zudem interaktiv und fachkundig von einigen Gästen untermauert werden, die früher selbst einmal an der Fertigung der Friedel mitgearbeitet hatten. Wer mochte, konnte den Abend gemütlich bei Kesselgulasch oder Chili con Carne am Lagerfeuer ausklingen lassen oder sich in Gespräche mit (anderen) Friedel-Besitzern vertiefen. Bevor für die meisten Teilnehmer des 1. Friedel-Treffens am Sonntagvormittag die Heimreise anstand, lud der Verein für Heimatgeschichte zu einem gemeinsamen Abschiedsfrühstück mit Thüringer Spezialitäten in die Pension „Zum Alten Hauptmann“ ein.

Und damit das weltweit erste Friedel-Treffen so reibungslos ablaufen konnte, waren viele helfende Hände im Hintergrund und Vordergrund tätig, denen an dieser Stelle ein großes Dankeschön ausgesprochen werden soll: allen voran dem Wirt der Pension „Zum Alten Hauptmann“ Andreas Fleischmann, Rüdiger Lehmann für seine musikalischen Künste, den fleißigen Kuchenbäckerinnen, den Helfern aus dem Verein für Heimatgeschichte Großfahner, die im Vorfeld und während des Treffens aktiv waren, und natürlichen allen angereisten Teilnehmern sowie interessierten Besuchern. Dank Ihnen und Euch war das 1. Friedel-Treffen ein solcher Erfolg, dass einige Friedel-„Anhänger“ äußerten, auch im nächsten Jahr gern wieder nach Großfahner zu kommen. Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns beim 2. Friedel-Treffen in Großfahner wieder.

Der Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V.

 

Aktuelle Termine

Termine und Veranstaltungen in und um Großfahner

3. – 7. Oktober 2018 – Kirmes in Großfahner

30. Oktober 2018 – Vorstandssitzung.

27. November 2018Vorstandssitzung.

1. Dezember 2018 – Adventsmarkt in Großfahner.

Die Weihnachtsfeier des Vereins wird aufgrund des dichten Terminaufkommens zur Weihnachts­zeit auf Januar 2019 verlegt.

Die Termine unseres Vereins sind kursiv gesetzt. Für Hinweise zu Veranstaltungen anderer Vereine schreiben Sie bitte an heimat-grossfahner@web.de. Vielen Dank!

Alle Angaben ohne Gewähr und Termine unter Vorbehalt. Änderungen und zusätzliche Veranstaltungen werden, wenn möglich, rechtzeitig bekanntgegeben.

Denkmal-Patenschaft

Wer in den vergangenen Tagen aufmerksam durch Großfahner spazierte, merkte, dass sich am Denkmal für die Gefallenen der Weltkriege etwas verändert hat. Dreizehn Ehrenamtliche aus dem Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V. beräumten am 28. Oktober 2017 die zugewachsene Grünfläche um den Muschelkalk-Obelisken und pflanzten sie mit gespendeten Blumen neu an. Das Denkmal selbst und die Umfassung wurden in mühevoller Arbeit von Moos und Flechten befreit und gesäubert. Rechtzeitig zum Volkstrauertag am 18. November erhielt das Denkmal somit wieder ein würdiges Äußeres, um an die Gefallenen und Vermissten aus Großfahner angemessen zu erinnern. Der Verein hat über diese Maßnahme hinaus die Patenschaft für das Denkmal übernommen und unterstützt die Gemeinde zukünftig bei der Pflege desselben. Wir werden im Frühjahr und Herbst regelmäßig anstehende Pflegearbeiten durchführen und ein Auge auf diese wichtige Stätte der Erinnerung und des Gedenkens haben.

An dieser Stelle danken wir den Spendern der Pflanzen, der ehrenamtlichen Kuchenbäckerin und für den Kaffee, der uns nach getaner Arbeit von einem Anwohner gereicht wurde.

Der Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V.

Nach der Beräumung und Auflockerung der Grünfläche wird neu angepflanzt.

Nach der Beräumung und Auflockerung der Grünfläche wird neu angepflanzt.

Das Denkmal in frischem, dem Gedenkort würdigen Gewand. Weitere Pflanzen werden im Frühjahr 2018 gesetzt.

Das Denkmal in frischem, dem Gedenkort würdigen Gewand. Weitere Pflanzen werden im Frühjahr 2018 gesetzt.

Theater: Die Gloriosa läutete in Großfahner

Die Gloriosa, die größte Glocke des Erfurter Domes, läutete in Großfahner – laut und ergreifend. Anette Seibt führte am 2. September 2017 im Hof der Pension „Zum alten Hauptmann“ ein Theaterstück auf, das viele Wendungen, komische Situationen und feine Überraschungen bereit hielt – eine überaus gelungene Mischung aus Geschichte, Lokalkolorit und toller Theater­spiel­kunst.

Der Glockengießer-Zunftmeister Ziegler aus Erfurt war unzufrieden. Der Auftrag zum Guss einer neuen Glocke für den Erfurter Dom wurde an einen Niederländer vergeben. Seine Tochter Marie, ein neugieriges und aufgewecktes Mädchen, wusste mehr über das Glockengießen als die Gesellen des niederländischen Glockengießers und wollte von Meister van Wou noch viel lernen. Der Glocken­gießer­meister sollte die größte Glocke gießen, die er je gefertigt hat. Die Zweifel und Sorgen ließen ihn nicht schlafen. Wird der Guss gelingen, ihm Ehre bringen oder Spott? Die beiden Nachbarinnen, Martha und Liesbeth, würzten das Stück mit dem neuesten Klatsch und Tratsch aus der Stadt, in feinstem erfurtschen Dialekt versteht sich. Und der Dompropst? Der vertraute in allem auf Gott.“

Ein turbulentes „Einpersonenstück“ das überzeugte, faszinierte und sehr viel Spaß machte. Zum Schluss erklang, mit mächtiger Stimme, die Gloriosa in Großfahner. Wer bis dahin nicht ergriffen war, dem richteten sich spätestens jetzt die Härchen auf den Armen auf.

Wider Erwarten war das Interesse am Theaterstück bei den Fahnerschen eher gering. Wer’s verpasst hat – Pech gehabt! Eine Wiederholung wird’s nicht geben. Der weitgereisteste Zuschauer kam, nur mal so am Rande, aus dem Oderbruch.

Roland Pleiß

Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V.

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Einladung zum Heimatabend

 … mit dem Vortrag:

„Einstein für Quanten-Dilettanten – Ein vergnüglicher Chrashkurs in Sachen Naturwissenschaften“

In meinem Vortrag „Einstein für Quanten-Dilettanten“ möchte ich Ihnen Unbekanntes, Verwunderliches, Anstrengendes, Überflüssiges, Wissenschaftliches, Erfinderisches und Interessantes vorstellen – immer mit einem kleinen Augenzwinkern.

Es werden Fragen beantwortet wie:

Wer hat die größte Stinkbombe? Wer sticht eigentlich Mücken? Warum kreisen Fliegen immer nur um die Deckenlampe? Wie rein ist das Reinheitsgebot? Können Steine wandern? Wie fängt eine Schnecke einen Fisch? Was ist ein Omniprozessor? Wie lang läuft eine Kaminuhr ohne aufgezogen zu werden? Warum sind Perlen rund?

Sind sie jetzt neugierig geworden? Natürlich verteilen wir auch Kopfnüsse! Wir freuen uns auf ihren Besuch zu einem vergnüglichen Vortrag.

Roland Pleiß


Wann: 20. Oktober 2017, 19:30 Uhr

Wo: Vereinsraum im Mehrzweckgebäude „Alter Konsum“, Mittelgasse 111, 99100 Großfahner.


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Tervetuloa Suomeen – 54. EUROPEADE in Turku, Finnland

Am Morgen des 26. Juli 2017 machten wir uns auf den weiten Weg in die südfinnische Stadt Turku, um an der 54. EUROPEADE, dem größten und buntesten Folklore-Festival Europas, teilzunehmen. Jedes Jahr ist eine andere europäische Stadt Gastgeber; in diesem Jahr fand die EUROPEADE das erste Mal auf finnischem Boden statt und bereicherte die Feierlichkeiten rund um das 100. Jubiläumsjahr der Unabhängigkeit von Russland außerordentlich.

Die vom Reisebüro „Sonnenklar“ Gotha akribisch vorbereitete Bürgerfahrt führte uns am Mittwoch­morgen von Gotha nach Frankfurt am Main, von wo der Flug nach Helsinki startete. Die Weiterfahrt mit dem Bus nach Turku zeigte bereits, dass die Uhren in Finnland anders gehen und dort gerade erst der Frühsommer Einzug gehalten hatte. Der Raps, der bei uns schon erntereif war, stand in Finnland gerade in der Blüte und die Natur zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Ein perfektes Willkommen!

Turku ist die ehemalige Hauptstadt Finnlands und demzufolge wirtschaftlich und kulturell sehr bunt. Drei Universitäten und mehrere Fachhochschulen sorgen für internationales Flair und viele junge Menschen aus der ganzen Welt wählen die Stadt als Studienziel.

Unsere Unterkunft lag mitten im Stadtzentrum, so dass wir nur kurze Wege zu den vielen Bühnen und Veranstaltungsorten der EUROPEADE hatten, aber auch zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Also – raus aus dem Hotel und hinein ins bunte Treiben!

Erstes Ziel war das Freilichtmuseum Luostarinmäki, das einzige einheitliche Holzhausviertel in Turku, welches den großen Stadtbrand von 1827 unbeschadet überstanden hat. Die über 200 Jahre alten Holzhäuser befinden sich im Originalzustand und beherbergen heute altes Handwerk, Schauräume über das Leben der früheren Bewohner und kleine Kunstgewerbeläden.

Im Hafen von Turku, der sich den Aura-Fluss hinauf zieht, bot sich die Möglichkeit, historische Schiffe zu besichtigen. So beispielsweise den Großsegler „Suomen Joutsen“, der für die große Hafenbühne die Hintergrundkulisse bildete. Ebenso sehenswert ist das Forum Marinum, das schönste Marinemuseum Finnlands, dessen Ausstellung erst im vergangenen Jahr neu eröffnet wurde und einen tiefen Einblick in die Seefahrtgeschichte des Ostseeanrainers Finnland durch persönliche Geschichten von Seefahrern und Fischern und tolle Exponate gibt.

Ein Glanzpunkt jeder EUROPEADE ist die Eröffnungsveranstaltung. Sie fand am Donnerstagabend im Gatorade-Center statt. Auftakt ist immer die feierliche Übergabe der EUROPEADE-Fahne. Namur, der Austragungsort 2016 in Belgien, übergab den diesjährigen Gastgebern in Turku das Symbol für Frieden, Freundschaft und Vielfalt in Europa. Anschließend boten zahlreiche Folklore-Gruppen aus ganz Europa Tanzdarbietungen aus ihren Heimatregionen in traditionellen Trachten und verzauberten die Zuschauer mit ihren bunten Beiträgen, begleitet von landestypischer Livemusik. Zwischen den Tänzen spielte das nunmehr schon zu einer festen Größe der EUROPEADE gewordene Fanfaren- und Showorchester aus unserer Kreisstadt Gotha auf. Tanz auf Stelzen, irische Stepptanz-Kunst, Hochradeinlagen und eine Polka mit mehr als 300 (!) Tänzerinnen und Tänzern waren genauso vertreten wie deutsche, portugiesische oder polnische Volkstänze. Die Finnen selbst und ihre Nachbarn aus Schweden und Estland haben wahre Wunder aufs Parkett gebracht und boten ein unvergessliches Tanz-Schauspiel. Man staunt wirklich nicht schlecht, wenn ein Tanz mit mehreren hundert Teilnehmern reibungslos funktioniert und man selbst mit den eigenen Füßen so seine Probleme hat…

Der Freitag stand zur freien Verfügung und wurde ausgiebig genutzt, die Stadt zu erkunden und den Tänzen auf den vielen Bühnen der Stadt zuzusehen. Fehlen durfte auch nicht der Besuch der Markthalle, finnisch “Kauppahalli“, wo wir finnische Spezialitäten wie Zimtschnecken mit Kardamom, Piroggen mit Rentierfleisch und natürlich Ostseefisch probierten. Gestärkt konnten wir danach das historische Schloss im Hafen, das Apothekermuseum und das historische Café „Qwensel“ besuchen. Wer wollte, konnte an diesem Tag auch einen Ausflug in die nahegelegene Stadt Naantali machen, der mit dem historischen Dampfschiff „Ukkopekka“ im Hafen von Turku startete und eine Fahrt durch das Schärenmeer mit seinen ungezählten Inseln bot.

Lange Fußmärsche machen durstig, so dass eine Strandbar am Aura-Fluss genau das richtige war, um zu entspannen und das Treiben ringsum auf sich wirken zu lassen. Jedoch ist der Konsum von Getränken, vor allem von Bier, sehr teuer, da in Skandinavien dafür hohe Steuern gezahlt werden müssen. Die einheimischen Sorten „Aura“ oder „Karjala“ zu probieren gehörte aber doch zu einem Muss, wenn man sagen wollte, man sei wirklich da gewesen. Geschmeckt hat´s jedenfalls!

Der EUROPEADE-Samstag ist traditionell der Tag mit den meisten Aktivitäten. Schon am frühen Nachmittag versammelten sich die rund 6.500 Teilnehmer am Dom, um dann in einem farbenprächtigen Umzug eine zwei Kilometer lange Parade entlang der Aura zu zeigen. Tanz und Musik, aufwändige Trachten aus aller Herren Länder und die Mitwirkenden aus ganz Europa haben bei schönstem Sommerwetter für einen unvergesslichen Eindruck bei den Einwohnern von Turku und den Gästen der Stadt gesorgt. Am Abend fand an der Hafenbühne der Weltrekord-Versuch im Humppa-Tanz statt, der mit 20.181 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein voller Erfolg wurde. Gekrönt wurde der Samstag mit dem EUROPEADE-Ball auf dem Varvintori-Platz, bei dem nicht nur die EUROPEADE-Teilnehmer tanzten, sondern auch die Gäste zum Mittanzen bewegt wurden (selbst die, die nicht tanzen konnten – hier blieb keiner „unbewegt“).

Leider ist auch die schönste EUROPEADE mal zu Ende. Der Sonntag war für die Heimreise reserviert. Bevor es wieder zurück nach Gotha ging, statteten wir der Hauptstadt Finnlands ein Kurzbesuch ab. Finnland selbst ist eine eigene Reise wert und Helsinki eine weitere ̶ wir hatten nur drei Stunden Zeit, uns während einer Stadtrundfahrt einen nachhaltigen Eindruck von dieser Stadt zu machen. Wir besuchten den Dom, den Westhafen und das Denkmal für Finnlands berühmten Komponisten Jean Sibelius.

Ein Sprichwort sagt: „Wer nach Finnland reist, braucht zwei Koffer. Einen voller Vokale (es gibt seeehr viele davon in finnischen Wörtern) und einen voller Taschentücher, wenn man wieder abreist.“ Es muss was dran sein.

Die Finnland-Fahrer des Vereins für Heimatgeschichte Großfahner e.V.

Gloriosa

THEATER: „Die Gloriosa läutet in Großfahner“

„Hin und wieder steigt die gute alte Gloriosa von ihrem Glockenturm. Finden sich dann Zuhörer, erzählt sie ihre Geschichte, betrauert ihre zersprungenen und geschmolzenen Vorgängerinnen, gerät über ihren Glockengießermeister ins Schwärmen und plaudert über das Glockengießen im Allgemeinen und natürlich besonders über ihren speziellen Fall. Es erwartet Sie ein heiterer Theater-Nachmittag über das „Leben“ der berühmtesten Glocke Erfurts.“

Ein „Ein-Frau-Theaterstück“ von und mit Anette Seibt. Sie sind herzlich eingeladen!

Gute Unterhaltung wünscht Ihnen der Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V..


Spieltermin: Samstag, 2. September 2017, Beginn: 16:00 Uhr im

Schlossgasthof Großfahner.

Eintritt: 8 € pro Person im Vorverkauf, 10 € pro Person

an der Saal-Kasse. Ermäßigung für Kinder und Jugendliche: 2 €.

Kartenvorverkauf im Eiscafé „Im Fachwerk“ Großfahner ab 21. August 2017.


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Kirche_Grossfahner

Reparatur in luftiger Höhe

Ein Kirchturm ist im Allgemeinen das deutlich sichtbare Wahrzeichen eines Ortes. Hoch oben in einem solchen Turm hängen die Glocken in der Glockenstube. Das Geläut soll nicht nur an die fortschreitende Zeit erinnern, sondern auch die Menschen zu Gott rufen oder bei besonderen Anlässen erklingen. Würde ein Turm rundherum gemauert sein, ohne Öffnungen nach außen, die Glocken würden nicht zur Geltung kommen. Sie wären schlichtweg nutzlos in ihrem Dasein.

Damit aber der Schall der Glocken noch weit vom Kirchturm entfernt zu hören ist, wurden bei historischen Glockentürmen Klangarkaden in Höhe der Glockenstube eingelassen, besser bekannt als Schallfenster oder Schallluken. Ihre Aufgabe ist es, den von den Glocken erzeugten Klang weitestgehend ungehindert in alle Richtungen ins Freie gelangen zu lassen.

In früheren Zeiten waren diese Öffnungen meist ohne Verkleidung. Wind und Wetter konnten ungehindert eindringen und im Kirchturm ihr Unwesen treiben. Ebenso Vögel, deren Hinterlassenschaften in kurzer Zeit hohen Schaden anrichten.

Um den Einfluss von Umwelt und Natur einzudämmen, werden Schallfenster mit nach unten schräg gestellten Klanglamellen ausgestattet, die Schlagwetter abhalten, den Schall aber nur unwesentlich dämpfen. Durch die Lücken zwischen den Lamellen können kleinere Vögel aber immer noch in den Turm gelangen.

Der Kirchturm in Großfahner hat derartige Klanglamellen, die in jede Seite des Kirchturms in einen starken Eichenrahmen mit mittigem Kreuz eingelassen sind. Dadurch entstehen pro Seite vier etwa gleich große Öffnungen für den Schall. Von außen entdeckt der Beobachter das aus Sandstein gehauene Maßwerk, dessen Mittelsäule die Schallluken trennt, in Großfahner aufgrund von Bauschäden leider nur noch auf der Westseite des Turmes.

Diese Lamellen waren über eine lange Zeit hinweg mit Kunststoffgeflecht, welches man für Putz- und Maurerarbeiten verwendet, von innen abgedeckt. Dieses Geflecht hatte nur sehr kleinporige Maschen, so dass eine Luftzirkulation im Turm quasi kaum noch möglich war. Dazu kam außerdem, dass der Kunststoff nicht für direkte Sonneneinstrahlung gedacht ist. Wind und die ultraviolette Strahlung der Sonne hatten schon einige Löcher entstehen lassen, durch die Vögel wieder ungehindert Zugang zum Turm bekommen konnten.

Der Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V. hatte sich vor längerer Zeit gegenüber den Verantwortlichen der Kirche dafür ausgesprochen, dieses Geflecht in Eigenleistung zu entfernen und mit einem robusten Drahtgeflecht die Klanglamellen erneut zu schützen.

Am 26. Mai 2017 wurde dieses Versprechen eingelöst. Zu viert haben wir die alten Kunststoffbahnen entfernt, das neue Geflecht aufgebracht und mit dem vorhandenen Rahmen wieder gesichert. Der Unterschied zu vorher war deutlich spürbar. Das Drahtgeflecht hat eine Maschengröße von rund einem Quadratzentimeter. Durch diese Maschen kam sofort mehr Luft in den Turm und wir hoffen, durch diese Aktion dem Klang der Glocken eine bessere Schallausbreitung ermöglicht, der Luftzirkulation im Turm Vorschub geleistet und somit zum Erhalt des Turmes einen kleinen Beitrag erbracht zu haben.

Arndt Schmidt für den Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V.