Kategorie-Archiv: Veranstaltungen

Theater: Die Gloriosa läutete in Großfahner

Die Gloriosa, die größte Glocke des Erfurter Domes, läutete in Großfahner – laut und ergreifend. Anette Seibt führte am 2. September 2017 im Hof der Pension „Zum alten Hauptmann“ ein Theaterstück auf, das viele Wendungen, komische Situationen und feine Überraschungen bereit hielt – eine überaus gelungene Mischung aus Geschichte, Lokalkolorit und toller Theater­spiel­kunst.

Der Glockengießer-Zunftmeister Ziegler aus Erfurt war unzufrieden. Der Auftrag zum Guss einer neuen Glocke für den Erfurter Dom wurde an einen Niederländer vergeben. Seine Tochter Marie, ein neugieriges und aufgewecktes Mädchen, wusste mehr über das Glockengießen als die Gesellen des niederländischen Glockengießers und wollte von Meister van Wou noch viel lernen. Der Glocken­gießer­meister sollte die größte Glocke gießen, die er je gefertigt hat. Die Zweifel und Sorgen ließen ihn nicht schlafen. Wird der Guss gelingen, ihm Ehre bringen oder Spott? Die beiden Nachbarinnen, Martha und Liesbeth, würzten das Stück mit dem neuesten Klatsch und Tratsch aus der Stadt, in feinstem erfurtschen Dialekt versteht sich. Und der Dompropst? Der vertraute in allem auf Gott.“

Ein turbulentes „Einpersonenstück“ das überzeugte, faszinierte und sehr viel Spaß machte. Zum Schluss erklang, mit mächtiger Stimme, die Gloriosa in Großfahner. Wer bis dahin nicht ergriffen war, dem richteten sich spätestens jetzt die Härchen auf den Armen auf.

Wider Erwarten war das Interesse am Theaterstück bei den Fahnerschen eher gering. Wer’s verpasst hat – Pech gehabt! Eine Wiederholung wird’s nicht geben. Der weitgereisteste Zuschauer kam, nur mal so am Rande, aus dem Oderbruch.

Roland Pleiß

Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V.

Aktuelle Termine

Termine und Veranstaltungen in und um Großfahner:

24. Oktober 2017 – Vorstandssitzung.

28. November 2017 – Vorstandssitzung.

9. Dezember 2017 – Vereinsweihnachtsfeier.

Weitere Termine demnächst!

Alle Termine unseres Vereins sind kursiv gesetzt. Für Hinweise zu Veranstaltungen anderer Vereine schreiben Sie bitte an heimat-grossfahner@web.de. Vielen Dank!

Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen und zusätzliche Veranstaltungen werden, wenn möglich, rechtzeitig bekanntgegeben.

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Einladung zum Heimatabend

 … mit dem Vortrag:

„Einstein für Quanten-Dilettanten – Ein vergnüglicher Chrashkurs in Sachen Naturwissenschaften“

In meinem Vortrag „Einstein für Quanten-Dilettanten“ möchte ich Ihnen Unbekanntes, Verwunderliches, Anstrengendes, Überflüssiges, Wissenschaftliches, Erfinderisches und Interessantes vorstellen – immer mit einem kleinen Augenzwinkern.

Es werden Fragen beantwortet wie:

Wer hat die größte Stinkbombe? Wer sticht eigentlich Mücken? Warum kreisen Fliegen immer nur um die Deckenlampe? Wie rein ist das Reinheitsgebot? Können Steine wandern? Wie fängt eine Schnecke einen Fisch? Was ist ein Omniprozessor? Wie lang läuft eine Kaminuhr ohne aufgezogen zu werden? Warum sind Perlen rund?

Sind sie jetzt neugierig geworden? Natürlich verteilen wir auch Kopfnüsse! Wir freuen uns auf ihren Besuch zu einem vergnüglichen Vortrag.

Roland Pleiß


Wann: 20. Oktober 2017, 19:30 Uhr

Wo: Vereinsraum im Mehrzweckgebäude „Alter Konsum“, Mittelgasse 111, 99100 Großfahner.


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Tervetuloa Suomeen – 54. EUROPEADE in Turku, Finnland

Am Morgen des 26. Juli 2017 machten wir uns auf den weiten Weg in die südfinnische Stadt Turku, um an der 54. EUROPEADE, dem größten und buntesten Folklore-Festival Europas, teilzunehmen. Jedes Jahr ist eine andere europäische Stadt Gastgeber; in diesem Jahr fand die EUROPEADE das erste Mal auf finnischem Boden statt und bereicherte die Feierlichkeiten rund um das 100. Jubiläumsjahr der Unabhängigkeit von Russland außerordentlich.

Die vom Reisebüro „Sonnenklar“ Gotha akribisch vorbereitete Bürgerfahrt führte uns am Mittwoch­morgen von Gotha nach Frankfurt am Main, von wo der Flug nach Helsinki startete. Die Weiterfahrt mit dem Bus nach Turku zeigte bereits, dass die Uhren in Finnland anders gehen und dort gerade erst der Frühsommer Einzug gehalten hatte. Der Raps, der bei uns schon erntereif war, stand in Finnland gerade in der Blüte und die Natur zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Ein perfektes Willkommen!

Turku ist die ehemalige Hauptstadt Finnlands und demzufolge wirtschaftlich und kulturell sehr bunt. Drei Universitäten und mehrere Fachhochschulen sorgen für internationales Flair und viele junge Menschen aus der ganzen Welt wählen die Stadt als Studienziel.

Unsere Unterkunft lag mitten im Stadtzentrum, so dass wir nur kurze Wege zu den vielen Bühnen und Veranstaltungsorten der EUROPEADE hatten, aber auch zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Also – raus aus dem Hotel und hinein ins bunte Treiben!

Erstes Ziel war das Freilichtmuseum Luostarinmäki, das einzige einheitliche Holzhausviertel in Turku, welches den großen Stadtbrand von 1827 unbeschadet überstanden hat. Die über 200 Jahre alten Holzhäuser befinden sich im Originalzustand und beherbergen heute altes Handwerk, Schauräume über das Leben der früheren Bewohner und kleine Kunstgewerbeläden.

Im Hafen von Turku, der sich den Aura-Fluss hinauf zieht, bot sich die Möglichkeit, historische Schiffe zu besichtigen. So beispielsweise den Großsegler „Suomen Joutsen“, der für die große Hafenbühne die Hintergrundkulisse bildete. Ebenso sehenswert ist das Forum Marinum, das schönste Marinemuseum Finnlands, dessen Ausstellung erst im vergangenen Jahr neu eröffnet wurde und einen tiefen Einblick in die Seefahrtgeschichte des Ostseeanrainers Finnland durch persönliche Geschichten von Seefahrern und Fischern und tolle Exponate gibt.

Ein Glanzpunkt jeder EUROPEADE ist die Eröffnungsveranstaltung. Sie fand am Donnerstagabend im Gatorade-Center statt. Auftakt ist immer die feierliche Übergabe der EUROPEADE-Fahne. Namur, der Austragungsort 2016 in Belgien, übergab den diesjährigen Gastgebern in Turku das Symbol für Frieden, Freundschaft und Vielfalt in Europa. Anschließend boten zahlreiche Folklore-Gruppen aus ganz Europa Tanzdarbietungen aus ihren Heimatregionen in traditionellen Trachten und verzauberten die Zuschauer mit ihren bunten Beiträgen, begleitet von landestypischer Livemusik. Zwischen den Tänzen spielte das nunmehr schon zu einer festen Größe der EUROPEADE gewordene Fanfaren- und Showorchester aus unserer Kreisstadt Gotha auf. Tanz auf Stelzen, irische Stepptanz-Kunst, Hochradeinlagen und eine Polka mit mehr als 300 (!) Tänzerinnen und Tänzern waren genauso vertreten wie deutsche, portugiesische oder polnische Volkstänze. Die Finnen selbst und ihre Nachbarn aus Schweden und Estland haben wahre Wunder aufs Parkett gebracht und boten ein unvergessliches Tanz-Schauspiel. Man staunt wirklich nicht schlecht, wenn ein Tanz mit mehreren hundert Teilnehmern reibungslos funktioniert und man selbst mit den eigenen Füßen so seine Probleme hat…

Der Freitag stand zur freien Verfügung und wurde ausgiebig genutzt, die Stadt zu erkunden und den Tänzen auf den vielen Bühnen der Stadt zuzusehen. Fehlen durfte auch nicht der Besuch der Markthalle, finnisch “Kauppahalli“, wo wir finnische Spezialitäten wie Zimtschnecken mit Kardamom, Piroggen mit Rentierfleisch und natürlich Ostseefisch probierten. Gestärkt konnten wir danach das historische Schloss im Hafen, das Apothekermuseum und das historische Café „Qwensel“ besuchen. Wer wollte, konnte an diesem Tag auch einen Ausflug in die nahegelegene Stadt Naantali machen, der mit dem historischen Dampfschiff „Ukkopekka“ im Hafen von Turku startete und eine Fahrt durch das Schärenmeer mit seinen ungezählten Inseln bot.

Lange Fußmärsche machen durstig, so dass eine Strandbar am Aura-Fluss genau das richtige war, um zu entspannen und das Treiben ringsum auf sich wirken zu lassen. Jedoch ist der Konsum von Getränken, vor allem von Bier, sehr teuer, da in Skandinavien dafür hohe Steuern gezahlt werden müssen. Die einheimischen Sorten „Aura“ oder „Karjala“ zu probieren gehörte aber doch zu einem Muss, wenn man sagen wollte, man sei wirklich da gewesen. Geschmeckt hat´s jedenfalls!

Der EUROPEADE-Samstag ist traditionell der Tag mit den meisten Aktivitäten. Schon am frühen Nachmittag versammelten sich die rund 6.500 Teilnehmer am Dom, um dann in einem farbenprächtigen Umzug eine zwei Kilometer lange Parade entlang der Aura zu zeigen. Tanz und Musik, aufwändige Trachten aus aller Herren Länder und die Mitwirkenden aus ganz Europa haben bei schönstem Sommerwetter für einen unvergesslichen Eindruck bei den Einwohnern von Turku und den Gästen der Stadt gesorgt. Am Abend fand an der Hafenbühne der Weltrekord-Versuch im Humppa-Tanz statt, der mit 20.181 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein voller Erfolg wurde. Gekrönt wurde der Samstag mit dem EUROPEADE-Ball auf dem Varvintori-Platz, bei dem nicht nur die EUROPEADE-Teilnehmer tanzten, sondern auch die Gäste zum Mittanzen bewegt wurden (selbst die, die nicht tanzen konnten – hier blieb keiner „unbewegt“).

Leider ist auch die schönste EUROPEADE mal zu Ende. Der Sonntag war für die Heimreise reserviert. Bevor es wieder zurück nach Gotha ging, statteten wir der Hauptstadt Finnlands ein Kurzbesuch ab. Finnland selbst ist eine eigene Reise wert und Helsinki eine weitere ̶ wir hatten nur drei Stunden Zeit, uns während einer Stadtrundfahrt einen nachhaltigen Eindruck von dieser Stadt zu machen. Wir besuchten den Dom, den Westhafen und das Denkmal für Finnlands berühmten Komponisten Jean Sibelius.

Ein Sprichwort sagt: „Wer nach Finnland reist, braucht zwei Koffer. Einen voller Vokale (es gibt seeehr viele davon in finnischen Wörtern) und einen voller Taschentücher, wenn man wieder abreist.“ Es muss was dran sein.

Die Finnland-Fahrer des Vereins für Heimatgeschichte Großfahner e.V.

Gloriosa

THEATER: „Die Gloriosa läutet in Großfahner“

„Hin und wieder steigt die gute alte Gloriosa von ihrem Glockenturm. Finden sich dann Zuhörer, erzählt sie ihre Geschichte, betrauert ihre zersprungenen und geschmolzenen Vorgängerinnen, gerät über ihren Glockengießermeister ins Schwärmen und plaudert über das Glockengießen im Allgemeinen und natürlich besonders über ihren speziellen Fall. Es erwartet Sie ein heiterer Theater-Nachmittag über das „Leben“ der berühmtesten Glocke Erfurts.“

Ein „Ein-Frau-Theaterstück“ von und mit Anette Seibt. Sie sind herzlich eingeladen!

Gute Unterhaltung wünscht Ihnen der Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V..


Spieltermin: Samstag, 2. September 2017, Beginn: 16:00 Uhr im

Schlossgasthof Großfahner.

Eintritt: 8 € pro Person im Vorverkauf, 10 € pro Person

an der Saal-Kasse. Ermäßigung für Kinder und Jugendliche: 2 €.

Kartenvorverkauf im Eiscafé „Im Fachwerk“ Großfahner ab 21. August 2017.


Gloriosa_PK


 

Kirche_Grossfahner

Reparatur in luftiger Höhe

Ein Kirchturm ist im Allgemeinen das deutlich sichtbare Wahrzeichen eines Ortes. Hoch oben in einem solchen Turm hängen die Glocken in der Glockenstube. Das Geläut soll nicht nur an die fortschreitende Zeit erinnern, sondern auch die Menschen zu Gott rufen oder bei besonderen Anlässen erklingen. Würde ein Turm rundherum gemauert sein, ohne Öffnungen nach außen, die Glocken würden nicht zur Geltung kommen. Sie wären schlichtweg nutzlos in ihrem Dasein.

Damit aber der Schall der Glocken noch weit vom Kirchturm entfernt zu hören ist, wurden bei historischen Glockentürmen Klangarkaden in Höhe der Glockenstube eingelassen, besser bekannt als Schallfenster oder Schallluken. Ihre Aufgabe ist es, den von den Glocken erzeugten Klang weitestgehend ungehindert in alle Richtungen ins Freie gelangen zu lassen.

In früheren Zeiten waren diese Öffnungen meist ohne Verkleidung. Wind und Wetter konnten ungehindert eindringen und im Kirchturm ihr Unwesen treiben. Ebenso Vögel, deren Hinterlassenschaften in kurzer Zeit hohen Schaden anrichten.

Um den Einfluss von Umwelt und Natur einzudämmen, werden Schallfenster mit nach unten schräg gestellten Klanglamellen ausgestattet, die Schlagwetter abhalten, den Schall aber nur unwesentlich dämpfen. Durch die Lücken zwischen den Lamellen können kleinere Vögel aber immer noch in den Turm gelangen.

Der Kirchturm in Großfahner hat derartige Klanglamellen, die in jede Seite des Kirchturms in einen starken Eichenrahmen mit mittigem Kreuz eingelassen sind. Dadurch entstehen pro Seite vier etwa gleich große Öffnungen für den Schall. Von außen entdeckt der Beobachter das aus Sandstein gehauene Maßwerk, dessen Mittelsäule die Schallluken trennt, in Großfahner aufgrund von Bauschäden leider nur noch auf der Westseite des Turmes.

Diese Lamellen waren über eine lange Zeit hinweg mit Kunststoffgeflecht, welches man für Putz- und Maurerarbeiten verwendet, von innen abgedeckt. Dieses Geflecht hatte nur sehr kleinporige Maschen, so dass eine Luftzirkulation im Turm quasi kaum noch möglich war. Dazu kam außerdem, dass der Kunststoff nicht für direkte Sonneneinstrahlung gedacht ist. Wind und die ultraviolette Strahlung der Sonne hatten schon einige Löcher entstehen lassen, durch die Vögel wieder ungehindert Zugang zum Turm bekommen konnten.

Der Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V. hatte sich vor längerer Zeit gegenüber den Verantwortlichen der Kirche dafür ausgesprochen, dieses Geflecht in Eigenleistung zu entfernen und mit einem robusten Drahtgeflecht die Klanglamellen erneut zu schützen.

Am 26. Mai 2017 wurde dieses Versprechen eingelöst. Zu viert haben wir die alten Kunststoffbahnen entfernt, das neue Geflecht aufgebracht und mit dem vorhandenen Rahmen wieder gesichert. Der Unterschied zu vorher war deutlich spürbar. Das Drahtgeflecht hat eine Maschengröße von rund einem Quadratzentimeter. Durch diese Maschen kam sofort mehr Luft in den Turm und wir hoffen, durch diese Aktion dem Klang der Glocken eine bessere Schallausbreitung ermöglicht, der Luftzirkulation im Turm Vorschub geleistet und somit zum Erhalt des Turmes einen kleinen Beitrag erbracht zu haben.

Arndt Schmidt für den Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V.

Fahner Kisten-Cup abgesagt

Liebe Freunde des Seifenkisten-Rennsports,

leider haben wir nach Ablauf der verlängerten Anmeldefrist keine guten Neuigkeiten für Euch.

Um das Rennen bestmöglichst vorzubereiten und der Organisation wie Straßensperrung, Beschaffung der Urkunden und Pokale, medizinischer Notfallsicherung, Versorgung der Rennteilnehmer und Zuschauer, Aufbau von Sanitäreinrichtungen usw. enstsprechend Rechnung zu tragen, haben wir inoffiziell eine Teilnehmerzahl von mindestens zehn Rennfahrern festgelegt.

Bis zum 5. Mai 2017 haben sich zwei Teilnehmer in der Klasse Junior Cup und drei Vereine (!) zur Teilnahme bereit erklärt. Wir danken allen, die sich angemeldet haben und mitmachen wollten! Da die Teilnehmerzahl leider nicht ausreicht, sehen wir uns gezwungen, das Rennen abzusagen. Es ist sehr schade, dass wir es nicht geschafft haben, potentielle Rennfahrer von Computer, Smartphone oder Flimmerkiste loszueisen. Es sollte eigentlich ein Riesen-Sommergaudi werden…

Wir hoffen es sind noch keine großen Aktivitäten in den Bau der Seifenkiste(n) eingeflossen und danken für Euer Verständnis!

Euer Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V.

Roland Pleiß

Organisationsleitung

Verein sucht frischen Wind

Geht es Ihnen auch so, dass ihnen bei dem Wort „Verein“ ein kalter Schauer über den Rücken läuft und sie augenblicklich an verschrobene, altbackene Strukturen und alte Herren denken, die keine Innovation und keine neue Idee zulassen? Stößt allein das Wort schon auf Ablehnung? Nun, dann sollten sie hier auf keinen Fall weiterlesen. Oder doch?

Wir sind ein solcher Verein. Genauer gesagt, der Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V., der derzeit frischen Wi…, äh, neue Mitglieder sucht; von altbacken, Ver­eins­dünkel oder Geschichtsmief finden sie bei uns aber keine Spur, denn bei uns ist Jede(r) herzlich will­kommen.

Im Herbst 2005 gegründet, starteten wir nun in unser 12. Vereinsjahr und unsere junge Vereinsgeschichte brachte so manche schöne und denkwürdige Veranstaltung hervor, ganz abgesehen von den vielen Artikeln, Blogeinträgen und Materialien, die geschrieben, gezeichnet oder fotografiert wurden. Mit den Jahren lässt aber auch die Kraft nach und die ehrenamtliche Arbeit, die anfangs noch viele Mitglieder freudvoll bewältigten, verteilt sich auf immer weniger werdende Schultern. Oft genug fehlt gerade bei berufstätigen Mitgliedern die Zeit, interessante geschichtliche Themen aufzugreifen, zu erforschen oder handwerklich tätig zu sein. Aus diesem Grund richten wir einen Aufruf an Sie, liebe Leserinnen und Leser:

Trauen Sie sich! Kommen sie einfach einmal zu einer unserer Veranstaltungen und lassen sich einen Crashkurs in fahnerscher Geschichte geben. Finden Sie bei uns alte Fotos und Dokumente über den Ort und seine Umgebung oder genießen Sie einfach nur das gesellige Beisammensein beim Bier oder Wein. Hier wird erzählt, gelacht, Ideen werden geboren und wieder verworfen – besser noch: voller Enthusiasmus umgesetzt – oder es gibt einen spannenden Vortrag über geschichtliche, wissenschaftliche oder Alltagsthemen; immer gewürzt mit viel Selbstironie und Wortwitz. Ernst nehmen wir uns nämlich nicht sonderlich. Dafür aber unsere Vereinsarbeit, denn die liegt uns am Herzen und wir würden uns freuen, Sie – Ja, genau Sie! – bei uns begrüßen zu dürfen.

Einen kleinen Überblick, welchen Unfug wir in den vergangenen Jahren so anstellten und welche Themen uns bewegen, finden Sie auf unserem Blog unter www.heimat-grossfahner.de. Unter der Rubrik Verein steht Ihnen unsere Satzung zur Einsicht zur Verfügung und Sie können über unsere Email heimat-grossfahner@web.de Kontakt zu uns aufnehmen. Selbstverständlich geht das auch mit einem Anruf bei Fam. Bülow unter Tel. 20399 oder bei Fam. Daniel unter 20362. Oder, ganz nach alter Schule, von Angesicht zu Angesicht. Trauen Sie sich? Wir freuen uns auf Sie! Und singen müssen Sie auch nicht können. Das tun wir nur nach ganz vielen Schnäpschen.

Ihr Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V.

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Auf die Tracht gekommen

Seit 23 Jahren findet im mittelfränkischen Greding jährlich einer der größten Trachtenmärkte Deutschlands statt. Von Stoffen und Borten über Hüte bis hin zu Schuhen und Strümpfen ist dort so gut wie alles zu finden, was das Trachtlerherz höher schlagen lässt. Da werden alte Stricktechniken gezeigt, Handgriffe der Trachtenerneuerung erklärt und fachkundig beraten.

Diese geballte Ansammlung an Wissen über Trachten und deren Herstellung machten sich in diesem Jahr einige Mitglieder des Vereins für Heimatgeschichte Großfahner e.V. zunutze, um mit dem Forschungsprojekt zur Fahnerschen Tracht Fortschritte zu machen. Und tatsächlich konnten uns die Fachkundigen viele Auskünfte und Anregungen geben. So erfuhren wir in Greding einiges über die kulturhistorische Bedeutung der Trachtenhaube, die dem Verein als Leihgabe von Privat zur Verfügung gestellt wurde, leider aber aufgrund ihres hohen Alters nicht mehr getragen werden kann. Ein Ziel der nächsten Zeit soll es sein, ebendiese Weimarische Haube, die hier in den fahnerschen Kirschendörfern getragen wurde, detailgetreu nachzubilden und zu präsentieren.

Zu einer Haube gehört natürlich auch eine Tracht, die ebenfalls nach historischem Vorbild entstehen soll. Obwohl der Verein für Heimatgeschichte schon einiges über die Fahnersche Tracht in Erfahrung bringen konnte, unter anderem durch die sehr hilfreiche Beratung von Eva Kowalewski vom Thüringer Landestrachtenverband, Hinweisen anderer Vereine, von Privatpersonen sowie Postkartenmotiven aus alter Zeit, stehen uns trotz allem nur wenige Quellen zur Verfügung. Das erschwert die Suche nach Informationen enorm und speziell über die Tracht der Männer in den Fahner-Dörfern ist beinahe nichts bekannt. Weder Bilder noch Beschreibungen liegen uns hierüber vor.

Deshalb nun ein Aufruf an Sie, unsere geschätzten Leserinnen und Leser. Können Sie sich noch erinnern, wie die in Großfahner und Umgebung getragene Tracht ausgesehen hat? Alte Zeichnungen und Fotos von Männer- und Frauentrachten sowie auch Originalstücke wie Blusen, Schürzen, Hosen oder Westen können uns bei unserer Suche sehr weiterhelfen. Für Informationen und Hinweise steht Ihnen unsere Email-Adresse heimat-grossfahner@web.de zur Verfügung. Mit jeder Unterstützung leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur Kulturlandschaft unserer Gegend. Wir freuen uns über jede auch noch so kleine Hilfe!

 Der Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V.

 

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Tracht lebt!

Ein Rückblick auf das 11. Thüringer Landestrachtenfest vom 26.-28. August 2016 in Neuhaus-Schierschnitz, Landkreis Sonneberg.

„Tracht lebt!“ Mit diesen Worten von Knut Kreuch, dem Vorsitzenden des Thüringer Landestrachtenverbandes, ist das bunte Treiben beim 11. Thüringer Landestrachtenfest am besten zu beschreiben. Neuhaus-Schierschnitz öffnete den Besuchern seine Tore und so wurde an insgesamt drei Tagen thüringisch, aber auch fränkisch getanzt, gesungen und gefeiert. Der Thüringer Landestrachtenverband und der Trachtenverein Schumlach luden dazu in den Landkreis Sonneberg ein. Diesem Ruf folgten am letzten Augustwochenende des Jahres fast 40 Heimat- und Trachtenvereine.

Und obwohl erst ganz frisches Mitglied im Landestrachtenverband und noch nicht in eigener Tracht, dachte der Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V.: Da müssen wir dabei sein! Ziel sollte sein, mit der Teilnahme am Festumzug Präsenz in dieser noch neuen Gemeinschaft zu zeigen. Um dabei eine gute Figur zu machen, kleidete sich jeder Mitreisende in ein historisches Gewand des Adels oder des Bauernstandes. Und so zogen Freiherr und Freifrau von Seebach mit ihrem Gefolge mitten unter vielen anderen Trachtlern in einem farbenfrohen Zug durch das südthüringische Städtchen.

Natürlich können bei einem solchen Fest so einige Trachten und Tänze bestaunt werden oder man kann sich an Musik, Gesang und Mundart erfreuen, was den Teilnehmern aus Großfahner als Quelle des Ansporns und der Inspiration für das aktuelle Projekt Trachtenforschung, aber auch für die Umsetzung weiterer Vorhaben diente. Ebenso war das Knüpfen neuer Kontakte bzw. freundschaftlicher Bande zu anderen Vereinen und die Pflege bestehender Verbindungen dieser Art Anlass der Teilnahme. Denn gemeinsam funktionieren viele Dinge leichter und auch die Freude an der Sache ist in Gemeinschaft noch einmal größer.

Petrus meinte es gut mit den Organisatoren, Teilnehmern und Besuchern und bescherte dem Landestrachtenfest die wärmsten Tage des Jahres. Den hohen Temperaturen und der stetig scheinenden Sonne geschuldet, verbrachten viele Einheimische und auch einige Trachtler die Zeit zwischen den Veranstaltungen im kühlenden Nass des örtlichen Freibades. Entsprechend säumten nicht so viele Zuschauer wie vielleicht wünschenswert, dennoch aber recht viele die Straßen entlang der Umzugsstrecke oder sahen sich die verschiedenen Auftritte einzelner Gruppen an.

Ungeachtet dessen gilt der Dank an dieser Stelle allen Organisatoren und Helfern, die mit großer Mühe und viel Herzblut das Fest gestalteten und es zu einem Ereignis machten, das in guter Erinnerung bleiben wird. Für den Verein für Heimatgeschichte Großfahner war es ein gelungener Einstieg in diese lebendige Szene mit vielen netten Begegnungen, neuen Ideen und schönen Erinnerungen.

Jenny Schmidt für den Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V.