Die Thüringer Trachtengruppe Gotha auf der Zitadelle von Namur.

Großfahner und Dachwig auf internationaler Bühne

Die 53. Europeade in Namur, Belgien startete mit einem fulminanten Feuerwerk. Auf den Brücken der Stadt sowie an den Ufern der Flüsse Sambre und Maas trafen sich Einwohner und Gäste, um dieses Lichtschauspiel anzusehen. Gleichzeitig begingen alle zusammen den Auftakt des größten Trachten- und Folklore-Festivals Europas.

Dazu reisten beinahe 4000 Trachtenträger, Tänzer, Sänger, Musiker und Fahnenschwinger aus 25 europäischen Ländern in die wallonische Hauptstadt. Hier feierten Jung und Alt fünf Tage lang gemeinsam ihre so unterschiedlichen Kulturen und Traditionen.

Als „Wander-Festival“ ist jedes Jahr eine andere Stadt Gastgeber dieses Folklore-Spektakels. Im Jahr 2013 machte die Europeade in der Residenzstadt Gotha Halt und zelebrierte dort ein unvergessliches Fest zum 50. Jubiläum. Wegen der so positiven Resonanz zur Gothaer Europeade und weil der nächste Austragungsort Kielce – Gothas Partnerstadt in Polen – sein sollte, setzte sich die Stadt das Ziel, zur 51. Europeade eine Bürgerfahrt dorthin mit Interessierten aus dem ganzen Landkreis zu veranstalten. Organisiert wurde die Reise vom Sonnenklar.TV Reisebüro Gotha und geleitet vom Oberbürgermeister der Stadt Knut Kreuch. Und so machen sich seit 2014 zusätzlich zum Fanfaren- und Showorchester Gotha und einer Delegation des Thüringer Landestrachtenverbandes auch Bürgerinnen und Bürger von Stadt und Landkreis und auch die Tänzer des Wechmarer Heimatvereins auf den Weg zur Europeade.

In diesem Jahr sollte Gotha auch durch eine eigene Trachtentanzgruppe in Namur vertreten werden, um die Stadt auch weiterhin bei der Europeade zu präsentieren. Aus diesem Gedanken heraus wurde dann die Thüringer Trachtengruppe Gotha gebildet. Neben Vertretern des Wechmarer Heimatvereins und der Trachtengruppe der Sieben Täler aus Tambach-Dietharz, waren auch vier Mitglieder des Vereins für Heimatgeschichte Großfahner und des Heimat- und Museumsvereins Dachwig mit dabei. Dank der engagierten Anleitung von Trainerin Natalie Kreuch und der Einsatzbereitschaft aller Tänzer konnten die Gothaer in insgesamt vier Auftritten – auch bei der großen Eröffnungsgala mit Gästen aus aller Welt – und dem Festumzug verschiedenste Thüringer Tänze und Musikstücke sowie regionale Trachten vor einem großen, multikulturellen Publikum zeigen.

Auch alle anderen angereisten Gruppen repräsentierten ihre Regionen durch Gesang, Tanz und Trachten. Vor der Kulisse der Stadt Namur und bei meist wolkenlosem Himmel zeigten sie ihr Können und ihre traditionellen Gewänder. Die Gassen waren stets gesäumt mit den buntesten Trachten, gut gelaunter Musik und jeder Menge sehr gastfreundlicher Besucher. An dieser Stelle sei die organisatorische Meisterleistung erwähnt, mit der die Stadt für Schlafplätze, Versorgung, Sicherheit und die Koordination der Veranstaltungen gesorgt hat. Es ist wieder einmal gekonnt gelungen, Menschen, die nicht dieselbe Sprache sprechen, einander eigentlich Fremde sind, vielleicht nicht einmal etwas mit Folklore zu tun haben, durch Singen, Tanzen und eine einzigartige freundschaftliche Atmosphäre zu vereinen.

Damit wurde ein wichtiger Beitrag zur bunten Kulturlandschaft Europas geleistet und auch die Thüringer Gruppen haben ihren Teil dazu beigetragen. All dies kam dem Geist der Europeade zu Gute. Ziel des Festes ist nämlich, einen friedlichen, respektvollen und harmonischen Umgang mit anderen Nationen, Kulturen und Traditionen zu leben. Einheit durch Unterschiede lautet das Motto der Europeade; Europa soll zusammenstehen. Und das war zu jeder Minute dieses Festivals in den Straßen von Namur spürbar.

Jenny Schmidt für den Verein für Heimatgeschichte Großfahner e.V.

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